Drogensucht

Sie sind süchtig nach einer bestimmten Droge und kommen nicht von ihr los? Sie sind über Opioid-haltige Schmerzmittel in eine Drogensucht gerutscht und möchten diesen Teufelskreis gerne durchbrechen? Der Weg in die Abstinenz ist nicht einfach, aber dennoch möglich. Bei uns bekommen Sie alle Infos, die Sie dazu benötigen.

Sie erfahren, wer Ihre ersten Ansprechpartner sind, welche Arten des Drogenentzugs möglich sind, wie Sie die richtige Drogenentzugsklinik finden und wie Sie Rückfällen vorbeugen können. Lassen Sie sich nicht von Ihren Ängsten abschrecken – Auch schwere Entzugserscheinungen lassen sich medikamentös lindern!

Drogensucht – Eine illegale Sucht?

Obwohl der Erwerb von Drogen als illegal gilt, der Konsum mit hohen Kosten verbunden ist und die gesundheitlichen Risiken weitgehend bekannt sind, übersteigt das Verlangen nach Drogen oft jede Verhältnismäßigkeit. Unter dem Deckmantel der Heimlichkeit werden gestreckte und zum Teil gefährliche, verunreinigte Stoffe auf dem Schwarzmarkt erworben und allein oder in „geselliger Runde“ konsumiert.

Häufig empfinden sich die Betroffenen als stigmatisiert und es fehlt der Mut, sich jemand Außenstehenden zu öffnen und sich professionelle Hilfe zu suchen. Ein suchtfreies Leben scheint meilenweit entfernt und der erste Schritt zu einem Drogenentzug unheimlich schwer. Informationen, wie der Entzug dennoch gelingen kann, erhalten Betroffene und deren Angehörige bei uns…

FAQs zur Drogensucht

Was ist eigentlich Drogensucht?

Der Jugendliche, der mit dem Konsum von Cannabis-Keksen nicht mehr aufhören kann, der Manager, der regelmäßig Amphetamine zur Leistungssteigerung einnimmt oder der Prominente, der in Gesellschaft gerne Kokain schnupft: Allen Personen gemeinsam ist ein Drogenproblem, das sich durch ein zwanghaftes Verlangen (Craving) nach einem bestimmten Rauschmittel auszeichnet. Von einem Suchtproblem Betroffene finden sich in allen sozialen Schichten, Unterschiede lassen sich lediglich bezüglich des konsumierten Wirkstoffs feststellen. Während jüngere Menschen häufiger zu Cannabis und Partydrogen wie Ecstasy greifen, werden von älteren Personen eher “Luxusdrogen” wie Kokain bevorzugt.

Im Gegensatz zu einer Alkoholsucht oder einer Medikamentenabhängigkeit ist es allerdings deutlich schwieriger, in eine Drogensucht hineinzurutschen, da die äußeren Umstände eine Suchtentwicklung erschweren. So sind suchterzeugende Medikamente relativ leicht durch einen Arzt zu beschaffen und Alkohol ist ab 16 Jahren frei verkäuflich, wohingegen der Drogenverkauf und der Drogenkonsum eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen und daher im Geheimen ablaufen.

Welche Substanzen gelten als Drogen?

Alkohol und Medikamente (Benzodiazepine, Z-Substanzen, Opiate) gelten als potenziell süchtig machende Substanzen. Dennoch werden als Droge klassischerweise in erster Linie illegale Rauschmittel wie Heroin, Kokain, Cannabis oder Amphetamine bezeichnet.

Heroin

Heroin gehört zu einer chemischen Gruppe von Substanzen, die man Opioide nennt und die aufgrund ihrer schmerzunterdrückenden Wirkung häufig auch medizinisch genutzt werden. Der Wirkstoff wird aus Schlafmohn gewonnen und besitzt neben des schmerzlindernden Effekts eine betäubende und euphorisierende Wirkung. Das Suchtpotenzial ist extrem hoch, so dass bereits beim ersten Mal eine körperliche und psychische Abhängigkeit entstehen kann.
Die Droge wird intravenös, oral, über die Nase oder die Atemwege eingenommen, wobei Heroinabhängige sich die Substanz meist direkt in die Venen spritzen, da auf diese Weise eine höhere Dosis konsumiert werden kann. Vor allem Abhängige mit fortgeschrittener Toleranzentwicklung greifen auf diese Konsumvariante zurück, um ihren Körper möglichst schnell in einen Rauschzustand zu versetzen.

Häufige Symptome einer Heroinabhängigkeit sind:

  • Kreislaufzusammenbrüche
  • Depressive Störungen
  • Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen
  • Schlafstörungen
  • Schwitzen oder Frieren
  • Gliederschmerzen

Kokain

Kokain gilt als Lifestyle- und Luxusdroge und ist bei prominenten Persönlichkeiten oder Stars häufig sehr beliebt, wird aber auch in gutbürgerlichen Kreisen genutzt, um den schnellen Kick am Wochenende zu erleben; sei es im kleinen Kreis unter Freunden oder im großen Rahmen auf einer Party. Auch wird Kokain gerne in Kombination mit Alkohol genommen, um den ermüdenden Effekt von Alkohol zu bekämpfen. Der besondere Kultstatus der Droge wird dadurch verdeutlicht, dass man sie mit dem Taxi bestellen kann, also gewissermaßen einen Lieferservice frei Haus genießt. Konsumiert wird die Droge über Rauchen, Spritzen, Schnupfen oder Schlucken, wobei die Art des Konsums die Zeit bestimmt, die vergeht bis man den Rauschzustand erreicht hat. So ist besonders das Rauchen von Crack für seine schnelle Wirkung bekannt.

Der aus den Blättern des Kokastrauchs hergestellte Suchtstoff hat eine stark aufputschende Wirkung, welche das Risiko einer psychischen Abhängigkeit erhöht. Die Suchtkranken fühlen sich im Rausch eloquent und einzigartig und möchten dieses gesteigerte Selbstvertrauen wieder und wieder erleben. Weitere Effekte des Kokainkonsums sind ein verringertes Angstgefühl und ein erhöhtes Leistungspotenzial. Die Abhängigkeit ist in erster Linie psychisch und aufgrund der speziellen Biochemie der Droge nur mit professioneller Hilfe zu beenden.

Neben der starken psychischen Abhängigkeit sind aber auch die körperlichen Folgen des Kokainkonsums äußerst gravierend:

  • Hirninfarkt
  • Aggressivität
  • Erhöhte Reizbarkeit
  • Kardiale Beeinträchtigungen (Herzinfarkt)
  • Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen
  • Psychosen & depressive Verstimmungen
  • Angstzustände
  • Halluzinationen

Cannabis

Der Cannabiskonsum wurde bereits in mehreren Ländern der Welt legalisiert und wird oft als „unbedenklich” oder “ungefährlich“ eingestuft, weil sich bei vielen regelmäßigen Cannabiskonsumenten auch nach längerer Zeit keine Abhängigkeit herausgebildet hat. Besonders bei Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen ist Cannabis, auch Haschisch oder Marihuana genannt, so beliebt, weil es den sogenannten “weichen Drogen“ zugeordnet wird. Dennoch wird Marihuana als Einstiegsdroge gesehen, welche die Hemmschwelle für härtere Drogen senkt. Ebenso sind die psychischen und vegetativen Symptome einer Cannabis-Abhängigkeit nicht zu unterschätzen.

Entscheidend für die Wirkung der aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnenen Substanz ist der Wirkstoff Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC). Dabei hängt der THC-Gehalt immer von der Art der Cannabis-Pflanze ab, da die weiblichen Blüten eine unterschiedlich große Menge von Delta-9-Tetrahydrocannabinol enthalten. Marihuana besitzt einen eher geringeren Anteil, während Haschisch meist eine höheren THC-Gehalt aufweist.

Die Auswirkungen von Cannabis auf die Stimmung sind von Person zu Person unterschiedlich und teilweise situationsabhängig. So kann die Substanz eine entspannende Wirkung bringen, aber den Konsumenten auch in eine Hochstimmung versetzen. Folgende Symptome treten auf, vor allem wenn der Konsum länger unterbrochen wird:

  • Aggressionen
  • Schlaf- und Orientierungsprobleme
  • Durchfall und / oder Erbrechen
  • Paranoia
  • Panikattacken und Angstzustände
  • Antriebslosigkeit & depressive Stimmung
  • Herzrasen

Amphetamine

Amphetamine gehören zu den sogenannten Leistungsdrogen, die den Körper zu Höchstleistungen anspornen und daher häufig auch zu Doping-Zwecken missbraucht werden. Zu ihnen zählen hauptsächlich Amphetamin, Methamphetamin, MDMA und Ecstasy. Allen Drogen gemeinsam ist, dass sie durch die Freisetzung der Glückshormone Noradrenalin und Dopamin stark aufputschend wirken und dadurch die Energiereserven des Körpers massiv ausbeuten. Häufig werden sie im Wechsel mit Cannabis oder Tranquilizern konsumiert, damit der Körper nach dem Rausch überhaupt zur Ruhe kommen kann.

Die Entzugssymptome bei Amphetaminen sind die folgenden:

  • Unruhe
  • Schlafstörungen und Albträume
  • Chronische Müdigkeit
  • Dysphorien
  • Gesteigertes Hungergefühl
  • Psychomotorische Verlangsamung

Drogensucht: Was passiert im Gehirn?

Psychoaktive Substanzen sind in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und den Neurotransmitter-Stoffwechsel im zentralen Nervensystem zu beeinflussen. Je nach Substanz setzen sie im synaptischen Spalt die Neurotransmitter Dopamin und Noradrenalin frei und sorgen auf diese Weise für einen Glückszustand, der um ein Vielfaches höher ist als ohne Drogeneinfluss. Die Betroffenen fühlen sich euphorisch und selbstbewusst und möchten diesen Hochzustand so häufig wie möglich erleben. Nach und nach entsteht das sogenannte Suchtgedächtnis, das Wohlbefinden mit einem Drogenkonsum verknüpft und es Suchtkranken schwer macht, langfristig abstinent zu bleiben. Durch das entstandene Ungleichgewicht der Botenstoffe dauert es selbst bei einer Therapie mit sofortigen Konsumstopp eine ganze Weile an, bis “Belohnungen” durch natürliche Reize wieder als Glücksgefühle wahrgenommen werden. Bei langjähriger Drogensucht ist deshalb vielfach eine medikamentöse Unterstützung notwendig, um das zentrale Nervensystem wieder ins Lot zu bringen.

Wie schnell entsteht eine Drogenabhängigkeit?

Die Geschwindigkeit der Suchtentwicklung hängt in erster Linie von der konsumierten Droge und der individuellen Verfassung des Einzelnen ab. So gilt Heroin als die Droge mit dem höchsten Suchtpotenzial. Einmal konsumiert und die betroffenen Personen können bereits am Anfang einer Sucht stehen. Amphetaminen und Cannabis wird ein mittleres Abhängigkeitsrisiko zugeschrieben, während der schädliche Gebrauch von Ecstasy und LSD mit einer relativ geringen Suchtgefahr einhergeht. Die klinischen Erfahrungen zeigen allerdings, dass es immer wieder Menschen gibt, die auch von Ecstasy sehr schnell abhängig werden und dann nicht mehr verzichten können. Deswegen ist eine Pauschalisierung des Abhängigkeitspotenzials schwierig und auch gefährlich, weil sie dazu führt, dass bestimmte Drogen wie Cannabis oder Ecstasy verharmlost werden.

Was sind Ursachen einer Drogensucht?

Die Ursachen einer Drogensucht sind in der Regel vielschichtig und lassen sich nicht auf einen einzigen Grund zurückführen. So kann eine genetische Veranlagung ebenso zum Tragen kommen wie soziale Gründe, psychische Faktoren oder eine schlechte Vorbildfunktion eines Elternteils. Daraus ergibt sich, dass die Suchtbiografien der Betroffenen höchst unterschiedlich verlaufen. Oftmals wird der Drogenmissbrauch als Fluchtmöglichkeit vor den eigenen Problemen und Ängsten gesehen. Schließlich erscheinen Beschwerden und Probleme im Rauschzustand längst nicht mehr so schwer, Einsamkeit und soziale Isolation lassen sich leichter ertragen und Menschen mit geringem Selbstbewusstsein werden plötzlich redegewandt und selbstbewusst.

Durch welche Symptome macht sich eine Drogenabhängigkeit bemerkbar?

Vielfach ist eine Drogenabhängigkeit mit Symptomen verbunden, die sich auch anderen Krankheiten zuordnen lassen und daher lediglich in ihrer Gesamtheit als Anzeichen für eine Drogensucht gelten können. Allgemein können eine vernachlässigte Körperhygiene, Leistungseinbußen, Verhaltensänderungen und soziale Isolation auf eine Drogenabhängigkeit hindeuten. Die konkreten körperlichen und psychischen Symptome der Drogensucht richten sich nach der konsumierten Substanz und wurden bereits weiter oben unter den jeweiligen Drogen beschrieben.

Wie wird die Diagnose einer Drogensucht gestellt?

Aufgrund der nicht immer eindeutigen Symptomatik fußt die Drogensucht-Diagnose meist auf mehreren Beinen. So werden zum einen die Selbsteinschätzung des Patienten, psychologische Tests in Form von Fragebögen, Laboruntersuchungen (Haare, Speichel, Urin und Blut) und mögliche Folgeerkrankungen in die Anamnese einbezogen. Die Selbsteinschätzung kann allerdings nur dann zur exakten Diagnosestellung beitragen, wenn sie offen und ehrlich erfolgt. Schließlich findet häufig eine Verheimlichung aus Angst vor strafrechtlicher Verfolgung, Scham und Schuldgefühlen statt.

Einen weiteren Anhaltspunkt gibt das internationale Klassifikationssystem ICD-10 der WHO, das eine Drogensucht als Störung der Psyche und des Verhaltens definiert und durch folgende Kriterien, von denen drei im letzten Jahr gleichzeitig zutreffen mussten, spezifiziert:

  • Es besteht ein zwanghaftes Verlangen, eine bestimmte Substanz zu konsumieren (Craving).
  • Der Drogenkonsum wird trotz auftretender Folgeerscheinungen nicht eingestellt.
  • Die illegale Substanz bestimmt das ganze Leben (Verpflichtungen und soziale Beziehungen rücken in den Hintergrund).
  • Die Selbstkontrolle über Beginn, Ende und Menge des Konsums geht verloren (Kontrollverlust).
  • Der Konsum wird gesteigert, um durch den Konsum noch dieselben Ergebnisse zu erzielen (Toleranzentwicklung).
  • Bei längerer Einnahmepause manifestieren sich Entzugserscheinungen.

Welche Folgen können aus einer Drogenabhängigkeit resultieren?

Häufig werden die Gefährlichkeit und die Folgen des Drogenkonsums unterschätzt. Je nach Substanz und persönlicher Konstitution kann bereits ein einziges Mal ausreichen, um eine Abhängigkeit zu entwickeln. Ob diese in erster Linie körperlich, psychisch oder beides ist, hängt von der jeweiligen Droge ab. Neben der Abhängigkeitsgefahr kann eine Drogenabhängigkeit aber ebenfalls zahlreiche körperliche, psychische und soziale Folgen nach sich ziehen.

Körperliche Folgen der Drogenabhängigkeit

Bei den körperlichen Folgen muss zwischen zwei Arten differenziert werden, den langfristigen Folgen für den Körper und dem physischen Abhängigkeitserscheinungen. Obwohl sich beide in erster Linie nach der konsumierten Substanz richten, gibt es auch einige generelle Folgen psychotroper Substanzen:

  • Vermehrt auftretende Infektionen
  • Verlust von Gewicht
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Herz-Kreislauf-Probleme

Allgemeine Abhängigkeitserscheinungen, die sich bei einem Konsumstopp bemerkbar machen, sind:

  • Krampfanfälle
  • Temperaturschwankungen
  • Übelkeit (Erbrechen)
  • Verstopfung
  • Muskelschmerzen
  • Zittern
  • Schwindelgefühle

Psychische Folgen bei Drogenproblemen

Allen Drogen gemeinsam ist es, dass die Euphorie des Rausches in der Regel einen “psychischen Absturz” nach sich zieht. Eine mögliche Folge des Drogenkonsums ist ein Gefühl der inneren Leere, gepaart mit Selbstzweifeln, Ängsten und depressiver Stimmung, wenn die Wirkung der Suchtstoffe nachlässt. Deshalb sehnen sich Drogensüchtige bereits kurz nach dem Konsum nach dem nächsten Rausch. Unterbleibt dieser, weisen die Betroffenen meist ein aggressives Verhalten auf, sind unruhig oder leiden unter Schlaf- und Appetitlosigkeit. Dies kann soweit führen, dass die Drogenkranken sich nicht mehr ohne die jeweilige Droge wohlfühlen. Darüber hinaus kann es zu Halluzinationen und Suizidgedanken kommen. Insgesamt verändert sich die Persönlichkeit, so dass die Angehörigen und enge Freunde das Gefühl haben, es mit einem völlig anderen Menschen zu tun zu haben.

Psychische Begleiterkrankungen (Komorbiditäten)

Neben der eigentlichen Abhängigkeitserkrankung können –- bedingt durch die Sucht –- weitere psychische Erkrankungen auftreten, die parallel zur Sucht behandelt werden müssen. Dazu zählen:

  • Psychosen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Depressionen
  • Angststörungen

Soziale Folgen des Drogenkonsums

Die Gedanken eines Drogenabhängigen drehen sich zunehmend nur noch um die Beschaffung und den Konsum des Suchtmittels. Familie, Freunde und soziale Interessen geraten mehr und mehr ins Hintertreffen, schlimmstenfalls kommt es zu einem sozialen Rückzug bis hin zu einer kompletten Isolation. Die Leistungsfähigkeit geht zurück und Tätigkeiten am Arbeitsplatz können nicht mehr ordnungsgemäß ausgeführt werden, so dass viele Betroffene früher oder später ihren Job verlieren und dadurch noch weiter in die Einsamkeit und das soziale Abseits rutschen.

Wie wird eine Drogensucht behandelt?

Bei einer Abhängigkeit von illegalen Drogen kann eine langfristige Abstinenz nur durch einen qualifizierten Drogenentzug in einer Suchtklinik erreicht werden. Auch hier ist, wie bei so vielen Dingen, Einsicht der erste Weg zur Besserung. Somit beginnt der Entzug indirekt damit, dass sich die Drogensüchtigen ihre Abhängigkeit eingestehen und sich ihrer Gesundheit zuliebe aus der Drogensucht lösen wollen.

Allerdings sollte auf keinen Fall ein kalter Entzug versucht werden, da es durch das Entzugssyndrom zu schweren gesundheitlichen Beeinträchtigungen und in Abhängigkeit von der Substanz auch zu Lebensgefahr kommen kann. Darüber hinaus werden durch die ungemilderten Entzugssymptome zahlreiche Entzüge abgebrochen, so dass die demotivierten Betroffenen für künftige Entzugsbehandlungen kaum noch Kraft und Energie aufbringen.

Auch ein qualifizierter Drogenentzug ist alles andere als einfach, weist aber aufgrund der professionellen Betreuung durch qualifizierte Ärzte und Therapeuten eine gute Erfolgsquote auf. Die Länge des Entzugs richtet sich dabei nach der konsumierten Droge, der Zeitdauer des Konsums, möglichen Begleiterkrankungen und der persönlichen Disposition. Bezieht man die anfängliche Auseinandersetzung mit dem Drogenproblem in den Entzug mit ein, besteht die Suchttherapie aus 4 aufeinander folgenden Phasen:

  1. Motivation, Problem wird erkannt und es wird sich Hilfe gesucht
  2. Entgiftung, medikamentös gestützter körperlicher Entzug unter ärztlicher Aufsicht
  3. Entwöhnung, psychische Abhängigkeit und Begleiterkrankungen werden durch eine intensive Psychotherapie und eventuell eine entsprechende Medikation behandelt
  4. Nachsorge, Rehabilitierung, Stabilisierung und präventive Maßnahmen werden ambulant durchgeführt

Welche Kliniken eignen sich für einen Drogenentzug?

Bei der Wahl der richtigen Drogenentzugsklinik gilt es zunächst zwischen öffentlichen und privaten Kliniken zu unterscheiden. Das Grundprinzip der Behandlung – bestehend aus Entgiftung, Entwöhnung und ambulanter Nachsorge – ist bei beiden Entzugsvarianten zwar gleich, dennoch bestehen einige gravierende Unterschiede.

Öffentliche Einrichtungen

Die Suchttherapie in öffentlichen Institutionen wird von zwei unterschiedlichen Kostenträgern übernommen, so dass die Behandlung gewissermaßen zweigleisig verläuft. So erfolgt die Entgiftung, d. h. die Behandlung der körperlichen Abhängigkeit, wahlweise in einem Krankenhaus oder einer Psychiatrie und fällt in den Zuständigkeitsbereich der Krankenkassen. Je nach Belegsituation kann die Entgiftungsbehandlung in der Regel zeitnah stattfinden.

Die psychischen Ursachen des Drogenproblems werden während einer Suchtrehabilitation in einer Reha-Klinik aufgearbeitet und durch “gesündere” Verhaltensweisen ersetzt. Diese Maßnahme muss bei der Deutschen Rentenversicherung beantragt werden und ist meist mit einer vier- bis sechswöchigen Wartezeit auf einen Reha-Platz verbunden. In dieser Zeit besteht der Suchtdruck nach wie vor, so dass es häufig zu Rückfällen kommt und die Entgiftung erneut durchgeführt werden muss.

Die Nachsorge erfolgt ambulant bei einem Suchttherapeuten und idealerweise durch den Besuch einer passenden Selbsthilfegruppe.

Privatkliniken

Ein Drogenentzug in einer Privatklinik verläuft immer ganzheitlich und umfasst sowohl die Entgiftung als auch die Entwöhnung. Dementsprechend ist die Behandlungsdauer deutlich kürzer und intensiver und erfolgt bei denselben Ärzten und Therapeuten. Der Suchtkranke muss nicht zwischen zwei unterschiedlichen Einrichtungen wechseln und kann bei Motivationskrisen jederzeit adäquat aufgefangen werden. Die Kosten für den stationären Aufenthalt werden entweder selbst getragen oder über die private Krankenversicherung abgewickelt.

Auch hier erfolgt die Nachsorge ambulant. Einige Kliniken besitzen ein großes Therapeuten-Netzwerk, so dass nach dem Entzug eine bestmögliche Behandlung gewährleistet ist. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer telefonischen Suchtberatung und Auffrischungstherapien.

Insgesamt lässt sich sagen, dass der Entzug in einer privaten Entzugsklinik zwar teurer ist, aber dafür wesentlich intensiver verläuft und die besseren Erfolgschancen verspricht. Das Geld sollte daher nicht der alleinige Grund für die Klinikwahl sein. Schließlich ist ein abstinentes und selbstbestimmtes Leben nicht mit Geld aufzuwiegen.

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