Alkoholsucht

Alkoholentzug

Alkoholentzug schnell und einfach erklärt

  • Ein erfolgreicher Alkoholentzug umfasst die Phasen: Motivation, Entgiftung, Entwöhnung, Nachsorge.
  • Während der Entgiftung lindern ärztliche Betreuung und Medikamente Entzugserscheinungen.
  • Bei der Entwöhnung erlernen Suchtpatienten neue Verhaltens- und Denkmuster, um zukünftig auf Alkohol verzichten zu können.
  • Nachsorge fokussiert auf die Abstinenz im Alltag. Sie ist wegen des Suchtgedächtnisses unerlässlich.
  • Ein kalter Entzug kann lebensgefährlich werden.
  • In Deutschland hat jeder Suchtkranke das Recht auf eine professionelle Entzugstherapie sowie eine anschließende Rehabilitation.

Der moderate Genuss alkoholischer Getränke stellt für einen gesunden Körper normalerweise keine allzu große Gefahr dar. Läuft der gelegentliche Alkoholkonsum jedoch aus dem Ruder, kann sich eine Alkoholsucht entwickeln. Bleibt das Alkoholproblem unbehandelt drohen Leberschäden, Depressionen, Krebs- und Herz-Kreislauferkrankungen, kognitive Einbußen und ein geschwächtes Immunsystem. Umso wichtiger ist es, dass ein schädliches Trinkverhalten nicht bagatellisiert oder verleugnet, sondern adäquat therapiert wird.

Was ist ein Alkoholentzug?

Ein vollständiger Alkoholentzug besteht aus einer körperlichen Entgiftung und einer psychischen Entwöhnung. Beide Phasen können von Entzugssymptomen begleitet werden und sollten im Idealfall unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Ein Alkoholentzug kann mehrere Wochen dauern, das Ziel ist meist eine dauerhafte Abstinenz.

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Warum ist ein professioneller Alkoholentzug wichtig?

Die Alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit, die sich bei Patienten sowohl auf der physischen als auch auf der psychischen Ebene manifestiert. Im Gegensatz zu einer Erkältung oder einem Beinbruch entwickelt sie sich meist schleichend über viele Jahre hinweg, bis sie irgendwann das Fühlen, Denken und Handeln des Betroffenen vollständig kontrolliert. Entsprechend können sich alkoholabhängige Patienten ein Leben ohne Alkohol gar nicht mehr vorstellen. Umso wichtiger sind die drei folgenden Gründe für einen professionellen Alkoholentzug.

Grund 1: Alkoholabhängigkeit ist eine ernstzunehmende Krankheit

Im aktuell gültigen Diagnosemanual ICD-10 ist die Alkoholabhängigkeit durch die folgenden Kriterien definiert:

  • Starkes Verlangen, Wunsch oder Zwang, Alkohol zu trinken.
  • Kontrollverlust bezüglich des Alkoholkonsums.
  • Beim Verzicht auf Alkohol treten körperliche Symptome auf.
  • Toleranzentwicklung zieht Konsumsteigerung nach sich.
  • Anhaltender Konsum trotz negativer Konsequenzen.
  • Zunehmende Vernachlässigung anderer Lebensbereiche/-inhalte.

Alkoholabhängigkeit ist eine ernstzunehmende Krankheit und hat – im Gegensatz zur gesellschaftlich leider immer noch weit verbreiteten Meinung – nichts mit Charakterschwäche oder fehlender Willensstärke zu tun. Deshalb lässt sich die Erkrankung in den meisten Fällen leider auch nicht allein mit gutem Willen bzw. einer großen Portion Motivation kurieren – eine professionelle Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung ist der Weg der ersten Wahl.

Grund 2: Chronischer Alkoholmissbrauch führt zu körperlichen und psychischen Schäden

Wer regelmäßig große Mengen Alkohol trinkt und die Kontrolle über den eigenen Konsum verliert, riskiert auf lange Sicht eine erhöhte Mortalität. Das zeigen auch die Statistiken: Weltweit sterben jährlich rund drei Millionen Menschen durch Alkoholkonsum1. In Deutschland liegt das vor allem an den alkoholinduzierten Folgeerkrankungen. So gab es im Jahr 2014 insgesamt 14.095 alkoholbedingte Sterbefälle. Davon waren allein 7.864 auf die alkoholische Leberkrankheit zurückzuführen. 5.113 weitere Todesfälle gehen auf das Konto psychischer und Verhaltensstörungen durch Alkohol2. Allein diese Zahlen zeigen, dass das gesundheitliche Risiko eines konsequent hohen Alkoholkonsums nicht unterschätzt werden sollte – ein professioneller Alkoholentzug kann helfen, schwerwiegende Folgeerkrankungen zu verhindern.

Und selbst wenn der übermäßige Alkoholkonsum nicht tödlich endet, so kann er doch für eine Vielzahl von belastenden Krankheiten verantwortlich sein. Diese reichen von einem erhöhten Risiko für Rachenkrebs über Darmschädigungen, Folgen eines erhöhten Blutdrucks wie Herzinfarkt oder Schlaganfall bis hin zu chronischer Pankreatitis oder einer Hirnatrophie3.

Grund 3: Unbegleiteter Alkoholentzug kann lebensgefährlich werden

Viele Suchtkranke, die sich aus der Spirale der Alkoholabhängigkeit befreien möchten, versuchen im ersten Schritt einen unbegleiteten Entzug, bei dem sie einfach mit dem Trinken aufhören. Oft scheitert dieses Vorhaben jedoch bereits nach wenigen Stunden an den belastenden Entzugserscheinungen. Dies kann unter Umständen lebensrettend sein, denn bei einer schweren Alkoholabhängigkeit können sich während der Entgiftung lebensgefährliche Komplikationen ergeben. Bestes Beispiel: Delirium tremens – dieses kann bei ausbleibender Behandlung tödlich enden.

Wie läuft ein qualifizierter Alkoholentzug ab?

Eine Alkoholsucht-Therapie setzt sich aus mehreren Phasen zusammen und kann nur erfolgreich sein, wenn der Patient sämtliche Abschnitte aktiv durchläuft. In der S3 Leitlinie zu Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen ist diesbezüglich die Rede von einer qualifizierten Entzugsbehandlung, bei der nicht nur eine körperliche Entgiftung stattfindet, sondern auch eine psychische Entwöhnung. Diese zeigt gegenüber einer alleinigen Entgiftung deutlich mehr Wirksamkeit4.

  • Motivation
    • Die Motivationsphase sollte nach Möglichkeit bereits vor einem stationären Aufenthalt einsetzen. Der Suchtkranke erkennt seinen problematischen Alkoholkonsum und verspürt den intensiven Wunsch mit dem Trinken aufzuhören. Fehlt diese Motivation, kann eine Therapie nur bedingt erfolgreich sein, weil der Patient mit großer Wahrscheinlichkeit immer wieder in alte Denkstrukturen und Handlungsmuster zurückrutschen wird.
  • Entgiftung
    • Die Entgiftung sollte immer unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt werden. Der Alkoholiker verzichtet hierbei (oft zum ersten Mal seit Jahren) auf den Konsum des Rauschmittels und hat dabei in der Regel mit teils gravierenden körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen zu kämpfen. Dank der ärztlichen Betreuung können Medikamente die Nebenwirkungen lindern. Schon nach wenigen Tagen hat der Körper sich an den Alkoholverzicht gewöhnt und die Entzugserscheinungen lassen nach.
  • Entwöhnung
    • Bei der Entwöhnung lernen die Suchtpatienten neue Verhaltens- und Denkmuster kennen, dank derer sie künftig auf Alkohol verzichten können. Angeboten werden häufig einzel- und gruppentherapeutische Sitzungen, in deren Rahmen die Betroffenen Suchtursachen identifizieren und Verhaltensstrategien für die Zukunft entwickeln. Darüber hinaus sollen die nunmehr trockenen Alkoholiker lernen, wieder neuen Lebensmut und -freude zu entwickeln. Um eine Rückkehr zum Konsum langfristig zu vermeiden, wird zudem oft eine intensive Rückfallprävention angeboten. Die Entwöhnungsphase ist dementsprechend unumgänglich, damit die Suchtpatienten langfristig abstinent bleiben.
  • Nachsorge
    • Mit der Rückkehr nach Hause beginnt die Phase der Nachsorge, die aufgrund des entwickelten Suchtgedächtnisses unerlässlich ist, um die Abstinenz auch im Alltag bewahren zu können. Es empfiehlt sich, eine ambulante Psychotherapie in Anspruch zu nehmen und nach Möglichkeit die regelmäßigen Treffen einer Selbsthilfegruppe zu besuchen. Dadurch können sich die Betroffenen langfristig stabilisieren und die Rückkehr in den „normalen Alltag“ leichter bewältigen.

Wo kann man einen Alkoholentzug machen?

Wenn Sie Ihren Alkoholismus beenden wollen, stehen Ihnen verschiedene Möglichkeiten für eine Alkoholsucht-Therapie zur Auswahl. Grundsätzlich wird zwischen den folgenden Optionen unterschieden:

  • Stationärer Entzug in einem öffentlichen Krankenhaus
  • Stationärer Entzug in einem privaten Krankenhaus

Bei den meisten Patienten, die ihre Erkrankung in den Griff bekommen wollen, sind nur die stationären Alkoholtherapien tatsächlich empfehlenswert. Bei den anderen Arten der Behandlung ist das Risiko für schwere Entzugserscheinungen, einen vorzeitigen Abbruch des Entzugs und die Gefahr für einen Rückfall zu groß.

  • Kalter Alkoholentzug
    • Ein kalter Alkoholentzug ist eine Entgiftung unter erschwerten Bedingungen, kann lebensgefährlich werden und ist keineswegs mit einer qualifizierten Alkoholtherapie gleichzusetzen. Die Betroffenen entziehen ohne medizinische oder ärztliche Begleitung, erhalten keine Medikamente gegen die Nebenwirkungen und können auch beim Auftreten von gefährlichen Symptomen wie Krämpfen oder einem Delirium tremens nicht adäquat notfallmedizinisch betreut werden. Deshalb kann der Versuch, eine kalte Entgiftung im eigenen Zuhause durchzuführen, einen tödlichen Verlauf nehmen oder wird bereits nach wenigen Stunden abgebrochen. Zudem findet die wichtige Entwöhnung nicht statt und es gibt auch keinen Nachsorgeplan zur Stabilisierung der Abstinenz im Alltag, sodass in der Regel keine stabile Abstinenz erzielt wird.
  • Ärztlich begleitete Alkoholsucht-Behandlung zuhause
    • Einige Patienten führen einen medizinisch begleiteten Alkoholentzug zu Hause im Rahmen einer ambulanten Behandlung durch. Diese Form der Alkoholtherapie ist jedoch oft nicht empfehlenswert und nicht ohne Risiken durchzuführen. Die Erfolgsquote bei einer ambulanten Entgiftung ist oft auch niedriger als bei einem stationären Entzug, da eine Nachsorge in der Regel nicht stattfindet. Sollte diese durchgeführt werden, ist es schwierig, dauerhaft abstinent zu bleiben, weil das gewohnte Umfeld meist viele Trigger bereithält, die einen Rückfall auslösen können.
  • Stationäre Alkoholsucht-Therapie in einer öffentlichen Klinik
    • Patienten mit der Diagnose Alkoholsucht können ihre Erkrankung am sichersten mit medikamentöser Unterstützung während einer stationären Alkoholtherapie überwinden. Bei der Alkoholabhängigkeit-Therapie in einer öffentlichen Klinik werden die Patienten während der Entgiftung medikamentös betreut und medizinisch überwacht. Es finden erste Gespräche zur Vorbereitung auf eine spätere Alkoholentwöhnung statt. Hier spricht man auch von einer qualifizierten Entgiftung. Die für die Rückkehr in die Abstinenz wichtige Entwöhnung schließt sich erst später in einem zweiten Therapieabschnitt an.
  • Stationäre Alkoholsucht-Behandlung in einer Privatklinik
    • Eine Therapie in einer Privatklinik für Suchterkrankungen erleben die Patienten meist als ganzheitlicher und individueller auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Hierfür sind viele Faktoren verantwortlich:
      • Entgiftung und Entwöhnung werden in einer Behandlung durchgeführt
      • Eine intensivere Betreuung ist möglich
      • Psychotherapie und weitere Therapieangebote werden individuell zusammengestellt
      • Komorbiditäten, d. h. Begleiterkrankungen werden mitbehandelt
      • Unterbringung erfolgt üblicherweise in einem angenehmen Ambiente und oft in Einbettzimmern
      • Aufnahme erfolgt unbürokratisch und meist binnen 24 Stunden
    • Wer sich aus seiner Alkoholabhängigkeit befreien und in ein abstinentes Leben ohne Sucht starten möchte, erhält in einer privaten Klinik für Erkrankungen rund um das Thema Sucht eine intensive, an die individuellen Bedürfnisse angepasste Betreuung – das gilt für die medizinische Überwachung während der Entgiftungsphase ebenso wie für die stationäre Entwöhnung. Diese findet direkt im Anschluss an die Entgiftung statt. Dieses Vorgehen erspart den betroffenen Personen lange Wartezeiten und garantiert eine ganzheitlichere Behandlung. In dieser Phase wechseln sich je nach Einrichtung Einzel- und Gruppen-Therapiesitzungen mit Sport-, Kreativ- und Musiktherapie ab, es erfolgt eine Einbeziehung der Angehörigen. Ebenso wird eine Rückfallprävention für die Zeit nach dem stationären Aufenthalt umfassend thematisiert.

      Patienten lernen also nicht nur, wie sie während der Therapie auf Alkohol verzichten, sondern entwickeln gemeinsam mit ihren Ärzten, Therapeuten und anderen Betroffenen Strategien, die ihnen auch im Alltag dabei helfen, abstinent zu bleiben und ohne Alkohol auszukommen. Auch mit Blick auf die Nachsorge werden sie intensiv unterstützt.

Wer bezahlt einen Alkoholentzug?

Sie möchten Ihre Alkoholabhängigkeit mit einer Therapie überwinden, scheuen sich aber vor den Kosten, die hierbei möglicherweise auf Sie zukommen? In Deutschland hat jeder Suchtkranke das Recht auf eine professionelle Entzugstherapie sowie eine anschließende Rehabilitation.

Der körperliche Entzug bzw. die Entgiftung wird in der Regel von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt, die Entwöhnung von der Deutschen Rentenversicherung. Das gilt allerdings nur für Therapien in öffentlichen Krankenhäusern sowie bei Ärzten mit kassenärztlichem Sitz. Für eine Behandlung des Alkoholismus in einer privaten Klinik müssen die Betroffenen meist selbst aufkommen oder die Leistungen über ihre private Krankenversicherung abwickeln. Hierzu sollten Sie sich in der jeweiligen Privatklinik informieren.

Wie lange dauert eine Alkoholtherapie?

Menschen mit der Diagnose Alkoholabhängigkeit müssen sich auf eine mehrwöchige Therapie, eine mehrjährige Nachsorgetherapie, sowie eine lebenslange Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol einstellen. Weil ein jahrelanger missbräuchlicher Alkoholkonsum strukturelle Veränderungen im Gehirn auslöst (Suchtgedächtnis), verschwindet das Verlangen nach dem Alkohol auch nach einer professionellen Behandlung niemals gänzlich, sondern tritt mehr und mehr in den Hintergrund. Für die Betroffenen kann die Alkoholabhängigkeit also auch Jahre nach der Therapie immer wieder akut werden und aktives Handeln erfordern. Hinsichtlich der reinen Dauer der Behandlung, müssen verschiedene Faktoren berücksichtigt werden:

  • Wo findet die Therapie statt?
  • Wie ist die individuelle Verfassung des Patienten?
  • Wie lange besteht die Alkoholsucht bereits?
  • Wie hoch ist die Abstinenzmotivation?
  • Haben sich Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) ausgebildet?

In der Regel dauert die körperliche Entgiftung maximal 2 bis 3 Wochen, die psychische Entwöhnung wiederum kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen. In einigen privaten Kliniken werden beide Seiten der Alkoholabhängigkeit in einer kompakten Therapie binnen 28 Tagen behandelt.

Weil die Alkoholsucht als Krankheit anerkannt ist, können sich Betroffene für die Dauer der Therapie krankschreiben lassen. Unter normalen Umständen ist der Arbeitgeber im Krankheitsfall zu einer Lohnfortzahlung von bis zu sechs Wochen verpflichtet. Eine Suchtrehabilitation (Entwöhnung) in einer öffentlichen Einrichtung zählt wie jede andere Rehabilitation als krankheitsbedingter Ausfall und darf nicht mit den Urlaubsansprüchen des Alkoholkranken verrechnet werden.

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Welche körperlichen Entzugserscheinungen können bei einem Alkoholentzug auftreten?

Ein jahrelanger missbräuchlicher Alkoholkonsum führt zu hirnstrukturellen, organischen und psychischen Veränderungen. Der Körper gewöhnt sich an die tägliche Dosis Alkohol, bis er diese irgendwann regelrecht braucht, um funktionieren zu können. Bleibt der gewohnte Alkoholkonsum aus, stellen sich teils schwere Entzugserscheinungen ein. Typische Alkoholentzug-Symptome sind5:

  • Depressive Verstimmungen
  • Starkes Schwitzen
  • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt
  • Halluzinationen
  • Angst- und Panikattacken
  • Epileptische Anfälle

All diese Symptome können sehr belastend sein, manche sogar lebensgefährlich werden. Insbesondere bei Krampfanfällen und Halluzinationen ist eine medizinische Behandlung unbedingt erforderlich. Anderenfalls kann sich ein Delirium tremens ausbilden, das unbehandelt oft tödlich verläuft.

Welche körperlichen Entzugserscheinungen können bei einem Alkoholentzug auftreten?

Ein jahrelanger missbräuchlicher Alkoholkonsum führt zu hirnstrukturellen, organischen und psychischen Veränderungen. Der Körper gewöhnt sich an die tägliche Dosis Alkohol, bis er diese irgendwann regelrecht braucht, um funktionieren zu können. Bleibt der gewohnte Alkoholkonsum aus, stellen sich teils schwere Entzugserscheinungen ein. Typische Alkoholentzug-Symptome sind:

  • Depressive Verstimmungen
  • Starkes Schwitzen
  • Beschwerden im Magen-Darm-Trakt
  • Halluzinationen
  • Angst- und Panikattacken
  • Epileptische Anfälle

All diese Symptome können sehr belastend sein, manche sogar lebensgefährlich werden. Insbesondere bei Krampfanfällen und Halluzinationen ist eine medizinische Behandlung unbedingt erforderlich. Anderenfalls kann sich ein Delirium tremens ausbilden, das unbehandelt oft tödlich verläuft.

Kann man eine Alkoholkrankheit mit Tabletten behandeln?

Es gibt viele Medikamente, die dabei helfen, physische und psychische Entzugserscheinungen einer Alkoholkrankheit zu lindern. Auch Komorbiditäten wie depressive Verstimmungen lassen sich mithilfe von Medikamenten behandeln. Darüber hinaus gibt es bestimmte Anti-Craving-Substanzen, die den Patienten dabei unterstützen, das starke Verlangen nach Alkohol zu unterdrücken. Diese sollten normalerweise aber nur im Rahmen einer professionellen Therapie und nicht für sich alleinstehend als Tabletten gegen Alkoholsucht eingenommen werden. Schließlich führt der sicherste Weg in ein suchtfreies Leben über einen qualifizierten Alkoholentzug.

Was sollte eine Person tun, bevor sie einen Alkoholentzug beginnt?

Ohne die eigene Motivation des Suchtpatienten kann selbst eine stationäre Therapie keinen Behandlungserfolg bringen. Die wichtigste Vorbereitung ist dementsprechend die Abstinenzmotivation. Nur wenn ein Alkoholiker selbst etwas Entscheidendes an seiner Lebenssituation verändern will, wird ihm dies langfristig auch gelingen. Hierfür ist es notwendig, sich mit der Sucht als Krankheit auseinanderzusetzen und sich einzugestehen, dass man an einem Alkoholproblem leidet. In einer Suchtberatungsstelle erhalten Hilfesuchende zahlreiche Informationen sowie die Adressen von Ärzten, Therapiezentren und Kliniken. Zudem werden die Betroffenen bei Formalitäten rund um den Therapiebeginn unterstützt.

Raus aus der Alkoholabhängigkeit: Kämpfen Sie aktiv gegen die Krankheit

Alkoholismus ist eine Krankheit, die sich nicht einfach mithilfe von Medikamenten behandeln lässt. Eine erfolgreiche Therapie fordert Ihre aktive Mitarbeit. Wichtig ist, dass Sie den Kampf gegen die Alkoholabhängigkeit so früh wie möglich aufnehmen und einen professionellen Alkoholentzug am besten im Rahmen einer stationären Therapie beginnen. Sich umfassend zu informieren, hilft Ihnen dabei, das richtige Angebot zu finden. Eine umfangreiche Aufklärung zum Thema Alkohol, Alkoholkonsum und Therapieformen nimmt Ihnen zudem die Angst und die Unsicherheit vor dem Thema. Je mehr Sie über den Alkoholismus wissen und je besser Sie auf die Behandlung der Krankheit vorbereitet sind, umso leichter wird Ihnen der Weg in Ihr alkoholfreies Leben fallen.

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Quellenliste

1 arzteblatt.de „Drei Millionen Todesfälle jährlich durch Alkohol“, 21. September 2018, https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/98062/Drei-Millionen-Todesfaelle-jaehrlich-durch-Alkohol (Datum des Zugriffs: 28.06.2022)

2 Rommel, Alexander et al. “Alkoholbedingte Mortalität bei Erwachsenen“, Journal of Health Monitoring · 2016 1(1) DOI 10.17886/RKI-GBE-2016-022
Robert Koch-Institut, Berlin, S. 38, https://www.rki.de/DE/Content/Gesundheitsmonitoring/Gesundheitsberichterstattung/GBEDownloadsJ/FactSheets/JoHM_2016_01_alkohol4.pdf?__blob=publicationFile (Datum des Zugriffs: 28.06.2022)

3 Singer, Manfred et al. „Alkoholismus: Alkoholassoziierte Organschäden”, In: Dtsch Arztebl 2001; 98(33): A-2109 / B-1827 / C-1702https://www.aerzteblatt.de/archiv/28332/Serie-Alkoholismus-Alkoholassoziierte-Organschaeden (Datum des Zugriffs: 28.06.2022)

4 Federführende Fachgesellschaften: Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN), Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie e.V. (DG-SUCHT) Titel der Leitlinie: “Screening, Diagnose und Behandlung alkoholbezogener Störungen” Auflage/Version Datum: Dezember 2020, S. 85 ff.
Verfügbar unter: Link zur Seite Der Leitlinie bei der AWMF: https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/076-001.html
Zugriff am (Datum): 28.06.2022

5 O’Malley, Gerald et al. „Alkoholvergiftung und -entzug”, MSD MANUAL Ausgabe für medizinische Fachkreise, https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/spezielle-fachgebiete/freizeitdrogen-und-rauschmittel/alkoholvergiftung-und-entzug (Datum des Zugriffs: 22.06.2022)