Drogenkonsum-Folgen: Gesundheitliche und soziale Konsequenzen einer Drogensucht

Eine Vielzahl von Rauschmitteln birgt ein hohes Suchtpotenzial. Dazu gehören neben legalen Drogen wie Alkohol oder Tabak vor allem illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Cannabis. Bei einigen dieser Suchtstoffe kann bereits ein einmaliger Konsum gravierende Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit der Betroffenen hervorrufen. Je länger der Konsum andauert, desto schwerwiegender werden die Auswirkungen. Daher gilt es, möglichst frühzeitig zu handeln, um die Spätfolgen des Drogenkonsums so gering wie möglich zu halten.

Ab wann müssen Betroffene mit den ersten Drogenkonsum-Folgen rechnen?

Ob harte oder weiche Drogen – der Gebrauch von Rauschmitteln jeglicher Art führt auf lange Sicht zu vielen Einschränkungen und Problemen. Welche negativen Folgen der Drogensucht bei den Betroffenen genau auftreten, lässt sich nicht vorhersagen – genauso wenig wie der Zeitpunkt, an dem die Auswirkungen des Drogenmissbrauchs das erste Mal spürbar werden. Denn ganz ähnlich wie bei einer Abhängigkeit von Alkohol gibt es viele Menschen, die über Jahre hinweg Cannabis, Ecstasy oder sogar Heroin konsumieren können, ohne dass negative Konsumfolgen auffallen. Nichtsdestotrotz lassen sich verschiedene Faktoren ausmachen, die maßgeblich dazu beitragen, wie früh oder spät erste Folgen des Drogenkonsums sichtbar werden. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Art der Droge
  • Konsummenge
  • Konsumdauer
  • Eventueller Mischkonsum mit anderen Drogen
  • Individuelle Disposition

Welche Folgen kann Drogenkonsum haben?

Menschen, die illegale Drogen konsumieren, werden auf lange Sicht abhängig und erleiden häufig schwerwiegende Probleme im physischen, psychischen und sozialen Bereich. Allen Rauschgiften – ob legal oder illegal – ist es gemeinsam, dass sie zu Veränderungen der Hirnstrukturen führen. So kommt es durch die dauerhafte Aktivierung des Belohnungssystems zu einer Art Reizüberflutung, die auf Dauer die Aktivierungsschwelle für positive Reize enorm anhebt. Stimulationen wie das Lesen eines guten Buchs oder ein entspannendes Bad, die normalerweise das Belohnungssystem aktivieren konnten, sind nun nicht mehr stark genug, um Wohlgefühl und Entspannung auszulösen. Dadurch entsteht ein Teufelskreis. Um sich gut zu fühlen, konsumieren die Betroffenen Rauschgift oder andere psychotrope Substanzen. Nach dem Abklingen der Wirkung geht es ihnen umso schlechter, so dass sie erneut konsumieren, um sich besser zu fühlen. Ganz besonders stark ausgeprägt ist dieser Effekt beim Kokainkonsum, der die Konsumenten bei nachlassender Wirkung buchstäblich in ein energieloses “Häufchen Elend” verwandelt.

Die körperlichen Drogenkonsum-Folgen

Die körperlichen Folgen des Drogenkonsums richten sich in erster Linie nach der jeweiligen Substanz und können in unterschiedlicher Ausprägung auftreten.

Cannabis (Delta-9-Tetrahydrocannabinol)

Cannabis gehört zu den Substanzen, deren Konsum vor allem bei Jugendlichen und jungen Menschen sehr beliebt ist. Dies wird durch ihren Ruf als “weiche” Droge unterstrichen. Entgegen ihrer vermeintlichen Harmlosigkeit zählt die Droge ebenfalls zu den psychoaktiven Substanzen, die eine Sucht auslösen können. Beim täglichen Konsum liegt das Abhängigkeitsrisiko bei 1:3. Darüber hinaus tritt Cannabis immer wieder als Einstiegsdroge auf. Soll heißen: Der Übergang von weichen zu harten Drogen fällt umso leichter, je häufiger die vermeintlich ungefährliche Substanz konsumiert wird.

Auch die potenziellen physischen und psychischen Schäden, die durch den Cannabis-Konsum hervorgerufen werden können, sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden:

  • Höheres Risiko für Herzerkrankungen, Schlaganfälle oder Lungenkrankheiten
  • Absinken von Leistungsfähigkeit und Konzentrationsvermögen
  • Verringerung von Erinnerungsvermögen und IQ
  • Brechreiz
  • Das sogenannte amotivationale Syndrom, was von starker Antriebslosigkeit geprägt ist
  • Entstehung von Psychosen

Ecstasy, Crystal Meth und Speed

Ecstasy, Speed oder Crystal Meth sind als Stimmungsaufheller und Partydrogen bekannt. Die Substanzen sind durch eine stimulierende Wirkung auf das zentrale Nervensystem gekennzeichnet und gehören zur Gruppe der Amphetamine. Das besondere Risiko besteht bei diesen Drogen nicht nur in der Gefahr einer Abhängigkeit und schwerwiegender gesundheitlicher Auswirkungen, sondern auch in ihrer hohen Mortalitätsrate, für die der schlechte Reinheitsgehalt der Stoffe verantwortlich ist. Vor allem Ecstasy, MDMA aber ebenso Crystal Meth werden mit verschiedenen, teils hochtoxischen Substanzen gestreckt, so dass der Konsum Vergiftungserscheinungen hervorrufen oder sogar lebensgefährlich werden kann. Weitere mögliche körperliche Drogenkonsum-Folgen sind:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Diabetes
  • Unterernährung- bzw. Fehlernährung
  • Chronischer Schlafmangel
  • Gedächtnis-, Wortfindungs- oder Konzentrationsstörungen
  • Optisch, körperlicher Verfall (Crystal Meth)

Darüber hinaus werden viele der sogenannten Partydrogen häufig mit anderen psychotropen Substanzen gemischt. So trinken beispielsweise zahlreiche Jugendliche Alkohol, nachdem sie Ecstasy-Pillen geschluckt haben. Durch diesen Mischkonsum können weitere gefährliche Nebenwirkungen und Folgeerscheinungen entstehen.

Kokain

Kokain zählt zu den stimulierenden Substanzen und besitzt eines der höchsten psychischen Abhängigkeitspotenziale. Schon geringe Mengen können ausreichen, um eine Drogensucht auszulösen. Darüber hinaus birgt Kokain große Gefahren für weitere körperliche Schäden. Dazu gehören unter anderem:

  • Ein gestörtes Immunsystem
  • Chronisches Nasenbluten
  • Gewichtsverlust und Mangel- bzw. Fehlernährung
  • Leber-, Herz- und Nierenschädigungen
  • Konzentrations-, Leistungs- und Antriebsstörungen
  • Psychosen

Heroin

Heroin gilt bei vielen Menschen als besonders starke und sehr gefährliche Droge. Trotz der drohenden Gefahr für Körper und Seele, gibt es immer noch Menschen, die Heroin “einfach mal ausprobieren” wollen. Dabei kann schon der einmalige Konsum eine Drogenabhängigkeit hervorrufen und in den gesundheitlichen, psychischen sowie sozialen Absturz führen. Es besteht ein erhöhtes Risiko für:

  • Eine tödliche Überdosis
  • Leberschäden
  • Magen-Darm-Beschwerden (Verstopfung)
  • Zahnausfall und Karies
  • Ein geschwächtes Immunsystem

Durch mangelnde hygienische Bedingungen beim Konsum (geteiltes Spritzbesteck) kann es außerdem zu Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis kommen.

Psychische Folgen des Drogenkonsums

Die Wirkung illegaler Drogen und legaler Rauschgifte wie Alkohol sorgt bei den Konsumenten kurzzeitig für euphorische Stimmungen, Glücksgefühle, Entspannung und Stressreduktion. Auf lange Sicht verändern sich unter dem Einfluss der Wirkung jedoch verschiedene Strukturen im Gehirn, die langfristig psychische Erkrankungen und Störungen hervorrufen können. Unabhängig von der konsumierten Substanz lösen die Suchtmittel unter anderem die folgenden psychischen Störungen aus:

  • Angst- und Panikattacken
  • Depressionen
  • Persönlichkeitsveränderungen
  • Psychosen und Halluzinationen
  • Suizidgedanken oder suizidale Handlungen

Besonders schwerwiegend kann der Konsum von Suchtmitteln für Jugendliche sein, da sich diese noch in ihrer Entwicklung befinden und dadurch für die negativen Seiten der Abhängigkeit noch empfänglicher sind. Auch das Gehirn ist deutlich empfindlicher als bei Erwachsenen. Insbesondere Depressionen, aber auch bleibende psychische Störungen wie beispielsweise irreversible Psychosen treten beim Rauschgiftkonsum im Jugendalter vermehrt auf.

Soziale Folgen einer Drogensucht

Wer illegale Drogen konsumiert, belastet nicht nur Körper und Psyche, sondern begibt sich auch zunehmend ins soziale Aus. Weil sich das Denken, Fühlen und Handeln der Betroffenen immer stärker auf den Konsum der Suchtmittel verengt, vernachlässigen sie andere wichtige Lebensbereiche, wie etwa Familie, Freunde, Hobbys oder den Beruf. Hinzu kommen die psychischen Erkrankungen sowie finanzielle Probleme, die zusätzlich isolieren. Zudem gibt es viele Suchtkranke, die zu verheimlichen versuchen, dass sie Drogen nehmen und sich deshalb bewusst aus ihrem gewohnten sozialen Umfeld zurückziehen. Besonders schlimm trifft es dabei meist Personen, die von hochpreisigen Rauschgiften abhängig sind oder an einer starken körperlichen Abhängigkeit leiden. Für sie wird es immer schwieriger, ihre Sucht zu finanzieren und dadurch rutschen sie unter Umständen sogar in die Beschaffungskriminalität.

Drogenkonsum und die Folgen: Was sind die richtigen Maßnahmen?

Der Missbrauch bzw. der schädliche Gebrauch natürlicher und synthetischer Drogen stellt nicht erst bei größeren Mengen eine ernstzunehmende Gefahr für die Gesundheit des Betroffenen dar. Schon kleine Mengen können bisweilen ausreichend sein, um Negativfolgen wie depressive Verstimmungen oder Angst- und Panikattacken hervorzurufen. Bei anhaltendem Genuss der Drogen nimmt die Gefahr hierfür noch zu. Entscheidend ist es also, die schädlichen Konsummuster möglichst frühzeitig zu erkennen und zu unterbinden – bevor eine körperliche und psychische Abhängigkeit entsteht. Dabei können Suchtberatungsstellen, Selbsthilfegruppen und Angebote in Suchtkliniken helfen. Wer bereits eine Abhängigkeit entwickelt hat, sollte eine Therapie bzw. die Behandlung in einer Entzugsklinik durchführen und auf keinen Fall ohne ärztliche Begleitung entziehen. Die Symptome des Entzugs können, je nachdem welches Rauschgift konsumiert wird, lebensgefährlich sein. Außerdem besteht aufgrund des ungemilderten Entzugssyndroms eine hohe Abbruchrate. Wichtig ist es auf jeden Fall, sich neben der Entgiftung des Körpers ebenfalls mit den psychischen Suchtursachen (Entwöhnung) auseinandersetzen und diese zu bearbeiten. Nur so kann eine dauerhafte Abstinenz gelingen. Entgiftung und Entwöhnung sind sowohl in Privatkliniken als auch in öffentlichen Einrichtungen möglich, wobei bei letzteren die Therapie in zwei separaten Behandlungsschritten erfolgt und zumeist mit einer zwischenzeitlichen Behandlungspause verbunden ist, in der oft Rückfälle passieren. Der sinnvollere Weg ist, wenn Entgiftung und Entwöhnung ineinandergreifen oder nahtlos ineinander übergehen.

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