Medikamentenabhängigkeit-Klinik: Die richtige Entzugsklinik bei Medikamentensucht finden

Eine gut gefüllte Hausapotheke kann in Notfallsituationen hilfreich sein. Wer allerdings zu oft in den Arzneischrank greift und regelmäßig Tabletten oder Tropfen gegen Schmerzen, Schlafstörungen oder innere Unruhe einnimmt, läuft Gefahr eine Medikamentensucht auszubilden. Schließlich kann der Grad vom Heil- zum Suchtmittel sehr schmal sein. Ungefähr zwei Millionen Menschen deutschlandweit sind abhängig von Arzneimitteln und bedürfen eines Entzugs und einer Therapie. Doch längst nicht alle Betroffenen entscheiden sich dazu, in eine Klinik für Medikamentenentzug zu gehen. Schuld daran ist oft die Unsicherheit: Was erwartet Betroffene in einer Entzugsklinik für Medikamente und wie finden sie die beste Klinik? Damit Sie nicht von Angst oder Ungewissheit ausgebremst werden, erhalten sie hier die wichtigsten Infos zum Thema Medikamentenabhängigkeit-Klinik.

Stationär oder ambulant: Ist ein stationärer Medikamentenentzug notwendig?

Als Suchtkranker mit einer Medikamentenabhängigkeit sollten Sie nicht zögern, eine entsprechende Behandlung zu beginnen. Hierfür können Sie grundsätzlich zwischen den folgenden Behandlungsmöglichkeiten wählen:

  • Stationär
  • Teilstationär
  • Ambulant

Ambulante und teilstationäre Behandlungsmethoden helfen Patienten mit einer Medikamentensucht nicht in allen Fällen. Das gilt insbesondere bei Abhängigkeiten, bei denen die Betroffenen bereits seit längerem von Opiaten und Opioiden oder Benzodiazepinen bzw. Z-Drugs abhängig sind. Unter Umständen kann schon eine Einnahme von wenigen Wochen eine Abhängigkeit auslösen. Der stationäre Aufenthalt in einer Medikamentenabhängigkeit-Klinik beinhaltet deutlich weniger gesundheitliche Risiken und ist meist erfolgsversprechender. Schließlich befinden sich die Patienten hier in einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung inklusive medizinischer Überwachung. Bei Nebenwirkungen oder Entzugserscheinungen können die Ärzte entsprechend sofort handeln und alle erforderlichen Maßnahmen in die Wege leiten.

Tipp: Hilfestellungen und Beratung beanspruchen
Sie befürchten medikamentenabhängig zu sein, wissen aber nicht, wie es nun weitergeht? Ihr Hausarzt bzw. der verschreibende Arzt (eine Zweitmeinung kann wichtig sein) kann Ihnen genauso weiterhelfen wie unabhängige oder öffentlich geförderte Suchtberatungsstellen. Auch Selbsthilfegruppen oder Suchtkliniken klären Sie gern über die Entzugsmöglichkeiten auf. Wichtig ist, dass Sie sich aktiv Hilfe suchen und sich nicht von Scham oder Schuldgefühlen zurückhalten lassen. Die Medikamentensucht ist nach ICD-10 eine anerkannte Krankheit, die nichts mit Charakter- oder Willensschwäche zu tun hat.

Kliniken für Medikamentenentzug: Öffentlich oder privat?

Sie möchten sich körperlich und psychisch von den Medikamenten lösen, die Ihnen das Leben schon so lange schwer machen? Für einen Klinikaufenthalt stehen Ihnen zwei Möglichkeiten zur Wahl. Sie können entweder einen qualifizierten Entzug und eine anschließende Entwöhnungsbehandlung in öffentlichen Einrichtungen wie z. B. einer Psychiatrie durchführen oder sich für eine Privatklinik entscheiden. Beide Varianten bieten individuelle Vorteile.

Öffentliche Krankenhäuser: Was erwartet die Patienten in der Klinik für Medikamentenentzug?

In einer öffentlichen Klinik für Medikamentenzug findet der Entzug in der Regel in einer Psychiatrie statt. Es erwartet die Suchtkranken eine standardisierte Behandlung mit hohen Erfahrungswerten. Fachmedizinisch gut ausgebildetes Personal steht für die Versorgung der Patienten bereit. Nachteilig ist, dass auch andere psychische Erkrankungen behandelt werden.

Kostenübernahme und Therapieabschnitte beim Entzug in öffentlichen Kliniken

Bei Angestellten, die in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, werden die Therapiekosten folgendermaßen aufgeteilt. Die Krankenkasse kommt für die körperliche Entgiftung in einer Klinik bzw. Psychiatrie auf, während die Deutsche Rentenversicherung für die Reha in Form der Entwöhnungsbehandlung in einer Suchtklinik zuständig ist. Dadurch ergibt sich in den meisten Fällen automatisch eine Behandlung mit zwei Therapieabschnitten. Hierbei werden Entgiftung und Entwöhnung (Suchtrehabilitation) in unterschiedlichen Einrichtungen durchgeführt, wobei zwischen den Klinikaufenthalten mehrere Wochen Wartezeit liegen können.

Tipp: Einfluss auf den Therapieort
In den meisten Fällen haben Kassenpatienten, die einen klinischen Entzug bei einer Medikamentenabhängigkeit durchführen, nur wenig Entscheidungsmöglichkeiten, wenn es darum geht, den Therapieort für die anschließende psychische Entwöhnung zu bestimmen. Dank Wunsch- und Wahlrecht haben Sie allerdings die Möglichkeit, Wünsche bzgl. einer bestimmten Einrichtung zu nennen. Am besten machen Sie von diesem Recht bereits bei der Antragstellung Gebrauch und begründen Ihren Wunsch ausführlich. Der zuständige Arzt oder Mitarbeiter einer Suchtberatungsstelle helfen Ihnen diesbezüglich gern weiter.

Vor- und Nachteile der qualifizierten Medikamentenentzugsbehandlung in öffentlichen Krankenhäusern

Vorteile

  • Vollständige Kostenübernahme durch Krankenkasse bzw. Rentenversicherung
  • Multiprofessionelles Ärzteteam
  • Bewährtes Behandlungskonzept
  • Wohnortnahe Klinikaufenthalte bei Entgiftung möglich

Nachteile

  • Entgiftung und Entwöhnung finden zeitlich verzögert statt
  • Entgiftung in einer Psychiatrie findet gemeinsam mit anderen psychisch Erkrankten statt
  • Es muss mit langen Wartezeiten gerechnet werden
  • Individuelle Therapie- und Behandlungskonzepte nur sehr eingeschränkt umsetzbar
  • Eine psychologische Begleitung findet ebenfalls nur in einem beschränkten Rahmen statt
  • Üblicherweise Unterbringung in Mehrbettzimmern
  • Oftmals großer bürokratischer Aufwand

Privatklinik: Was erwartet die Patienten in einer privaten Entzugsklinik für Medikamentenentzug?

Einen Medikamentenentzug stationär in einer privaten Fachklinik durchzuführen, bedeutet für die Betroffenen zunächst einmal, sich auf ein ganzheitliches und individuelles Behandlungskonzept einzulassen. In Privatkliniken gibt es auch standardisierte Therapieprogramme, aber dort stehen Sie als Mensch mit Ihrer Medikamentenabhängigkeit im Fokus. So werden Entzugsschemas in der Regel individuell angepasst. Das gilt für den Fall, dass Sie von Schmerzmitteln abhängig sind, genauso wie für Betroffene, die Schlafmittel, Beruhigungsmittel oder Stimmungsaufheller als Suchtmittel missbrauchen. Weil der Fokus im Rahmen der Therapie auf Ihre Suchthistorie sowie Ihre ganz persönliche Lebensgeschichte gelegt wird, ist es den behandelnden Ärzten und Psychotherapeuten möglich, Ihre psychische Erkrankung ganzheitlicher zu behandeln als in öffentlichen Häusern. Wichtig dabei ist es, die Grunderkrankung zu behandeln, die üblicherweise zum Tragen kommt, wenn im Rahmen des Entzugs das Suchtmittel langsam ausgeschlichen wird. Das ist der Vorteil, wenn Entgiftung und Entwöhnung in einer Therapie stattfinden. Die Behandlung kann verbunden werden und Sie müssen demnach nicht zwischendurch die Einrichtung wechseln oder Wartezeiten in Kauf nehmen.

Wichtig: Mehrfachabhängigkeiten behandeln lassen
Suchtpatienten, die unter chronischen Schmerzen oder anderen körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen leiden, neigen oft zum gefährlichen Mischkonsum. Dabei mischen sie zum Beispiel Medikamente und Alkohol, um die Wirkung der Präparate zu verstärken. Das kann zu Mehrfachabhängigkeiten führen und den Gesundheitszustand weiter verschlechtern. Sollten Sie zusätzlich zur Medikamenteneinnahme regelmäßig auch größere Mengen Alkohol trinken, ist es wichtig, dass eine eventuell zusätzlich bestehende Abhängigkeit von Alkohol adäquat mitbehandelt wird.

Kostenübernahme in einer privaten Fachklinik für Medikamentenzug

Körperlicher Entzug und Rehabilitation fallen in privaten Fachkliniken zusammen und werden gemeinsam durchgeführt. Das intensivere Betreuungskonzept hat seinen Preis – und diesen müssen Medikamentenabhängige, die gesetzlich versichert sind, im Normalfall aus eigener Tasche bezahlen. Einige gesetzliche Krankenkassen geben freiwillig geringe Zuschüsse auf Antrag dazu. Hierzu sollten Sie sich in der entsprechenden Klinik informieren.

Privatversicherte haben dagegen gute Chancen, dass ein Großteil der Kosten von ihrer privaten Krankenversicherung (aber nur wenn man vollversichert ist, private Zusatzversicherungen übernehmen keine Kosten) übernommen wird. Auch hier informieren Sie sich bitte in der Einrichtung Ihrer Wahl.

Vor- und Nachteile eines qualifizierten Medikamentenentzugs in einer privaten Medikamentenabhängigkeit-Klinik

Vorteile

  • Qualifiziertes Fachpersonal und intensive psychologische Begleitung während des Entzugs
  • In der Regel hotelmäßig ausgestattete Einzelzimmer und angenehmes Ambiente
  • Modernste Therapie- und Behandlungsmethoden
  • Sanfter Entzug inklusive passender Medikation
  • Schnelle und unbürokratische Aufnahme und Therapiebeginn
  • Ganzheitliches Behandlungskonzept

Nachteile

  • Ein eigener Kostenbeitrag ist in der Regel notwendig
  • Nicht alle privaten Versicherungen übernehmen die Kosten
  • Keine externen Qualifizierungsmaßnahmen
  • Qualitativ sehr unterschiedliche Angebote

Tipp: Nachsorge intensiv vorbereiten
Menschen, die an einer Medikamentenabhängigkeit leiden, leben oftmals bereits seit vielen Jahren mit dieser Krankheit. Sie müssen deshalb erst wieder lernen, was es bedeutet, den Alltag ohne Medikamente zu bewältigen. Auch nach der Behandlung auf einer Suchtstation gilt es viele Herausforderungen zu meistern, um die Abstinenz beibehalten zu können. Ein intensives Nachsorgekonzept mit Psychotherapie und der Beteiligung in Selbsthilfegruppen kann hierbei unterstützen.

Welche Medikamentenabhängigkeit-Klinik ist zu empfehlen? – Sie entscheiden!

Die Medikamentenabhängigkeit ist wie jede andere Suchterkrankung eine psychische Störung, die am besten während eines Klinikaufenthalts behandelt werden kann. Ob Sie sich hierbei für eine private oder eine öffentliche Suchtklinik entscheiden, hängt zum großen Teil von Ihren finanziellen Möglichkeiten ab. Eine individuellere medizinische Versorgung sowie eine professionelle psychotherapeutische Betreuung erhalten Sie in der Regel in einer privaten Suchtklinik.

Zudem zeigen die Statistiken, dass die Rückfallquote bei Menschen, welche die Behandlung ihrer Abhängigkeitserkrankung in einer privaten Einrichtung durchgeführt haben, oft geringer ist. Insbesondere Menschen, die zusätzlich weitere Drogen wie Alkohol einnehmen oder unter anderen körperlichen bzw. psychiatrischen Erkrankungen leiden, sollten sich für ein möglichst individuelles und ganzheitliches Behandlungskonzept entscheiden. Eine Investition in die Gesundheit lohnt sich immer. Schauen Sie in unserer Kliniksuche nach geeigneten Kliniken!

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