Was ist Burnout und wie entsteht es?
Burnout hat in der medizinischen Klassifikation und in der Alltagssprache nicht dieselbe Bedeutung. Im Alltag verwenden viele Menschen den Begriff Burnout, wenn sie sich erschöpft, innerlich leer und überfordert fühlen, unabhängig davon, ob die Hauptursache im Beruf, in der Familie oder in anderen Lebensbereichen liegt.
Im Diagnosemanual ICD‑11 ist Burnout unter „Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen“ ausschließlich als arbeitsbezogenes Syndrom klassifiziert und nicht als eigenständige psychische Erkrankung.1 Hinter den Burnout-Beschwerden kann sich allerdings auch eine Depression, eine Angststörung oder eine Anpassungsstörung verbergen, weshalb eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.
- Definition von Burnout nach ICD‑11
- Im medizinischen Diagnosemanual ICD‑11 wird Burnout (Code QD85) als Syndrom infolge chronischen Stresses am Arbeitsplatz beschrieben, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Für andere Kontexte gibt es andere Codierungen. Charakteristisch sind drei Merkmale:
- Gefühl von Energieverlust oder Erschöpfung,
- zunehmende innere Distanz zur Arbeit oder negative, zynische Haltung gegenüber dem Job,
- subjektiv wahrgenommene verringerte berufliche Leistungsfähigkeit.
- Burnout im allgemeinen Sprachgebrauch
- In der Alltagssprache wird der Begriff Burnout meist im Kontext von emotionaler Erschöpfung, innerer Leere, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Angstgefühlen, körperlichen Stresssymptomen und dem Verlust von Lebensfreude verwendet, worunter sich auch depressive oder Angststörungen verbergen können. Zu den typischen Auslösern gehören u. a.:
- hohe Dauerbelastung bei der Arbeit
- Überlastung durch Pflege von Angehörigen
- anhaltende Konflikte in Beziehungen oder Familie
- finanzielle Sorgen, chronische Erkrankungen oder andere Lebenskrisen
- perfektionistische Ansprüche und dauerhafte Selbstüberforderung