Legale Drogen

Wichtiges in 30 sec.

  • Legale Drogen sind frei verkäuflich, d. h. Besitz, Konsum und Erwerb sind nicht strafbar.
  • Zu dieser Gruppe gehören in Deutschland u. a. Alkohol, Nikotin und seit 2024 mit Einschränkungen auch Cannabis.
  • Es handelt sich um psychoaktive Substanzen, die Bewusstsein und Wahrnehmung verändern können.
  • Viele legale Drogen sind gesellschaftlich akzeptiert, trotzdem bergen sie Gesundheitsrisiken.
  • Auch bei legalen Drogen besteht ein Abhängigkeitsrisiko.

Was sind legale Drogen?

Als legale Drogen werden psychoaktive Substanzen mit bewusstseinsverändernder Wirkung bezeichnet, deren Konsum und Erwerb durch den Gesetzgeber nicht verboten sind. Hierzu gehören zum Beispiel Koffein, Nikotin, Alkohol und seit April 2024 auch Cannabis, das in Deutschland für Erwachsene in begrenztem Umfang legalisiert wurde.

Welche Drogen sind in Deutschland legal?

Als legale Drogen können hierzulande bestimmte Genussmittel verwendet werden, Pflanzen mit psychotropen Wirkstoffen, synthetische Substanzen und verschreibungspflichtige Medikamente.

  • Genussmittel
      •  Alkohol
      •  Koffein
      • Nikotin
      • Cannabis (seit April 2024 für Erwachsene in begrenztem Umfang legalisiert)
  • Psychoaktive Pflanzen
      •  Muskatnuss (enthält Myristicin, das in hohen Dosen halluzinogen wirken kann)
      •  Stechapfel (enthält Tropanalkaloide, ist stark giftig und riskant im Konsum)
  • Medikamente
    • Manche verschreibungspflichtigen Medikamente können, wenn sie nicht bestimmungsgemäß eingenommen werden, drogenähnliche Wirkungen haben. Sie können, genauso wie illegale Drogen, abhängig machen.
      • Schlafmittel aus der Klasse der Z-Substanzen (z. B. Zolpidem, Zopiclon)
      •  Starke Schmerzmittel wie Opioide
      • Beruhigungs- und Angstlöser wie Benzodiazepine
  • Früher legal, heute nicht mehr: Legal Highs
    • Bestimmte psychoaktive Substanzen, die früher als sogenannte „Legal Highs“ verkauft wurden, konnten lange Zeit legal erworben werden. Dabei handelte es sich bspw. um vermeintliche „Kräutermischungen“ die als Trägermittel für synthetische Cannabinoide genutzt wurden oder um „Badesalze“, die mit Cathinonen, d. h. Amphetamin ähnlichen Substanzen versehen wurden.
    • Seit Inkrafttreten des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) ist der Verkehr mit ganzen Stoffgruppen wie synthetischen Cannabinoiden, Cathinonen oder Phenethylaminen in Deutschland verboten. Dadurch entfiel die bis dahin bestehende rechtliche Grauzone, in der Hersteller die chemische Struktur von Stoffen leicht verändern konnten, um ein Verbot nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zu umgehen. Viele „Legal Highs“ sind also illegale Drogen.
Entzug bei Amphetamin-Abhängigkeit: Depressive Frau
Entzug bei Amphetamin-Abhängigkeit: Depressive Frau

Wie wirken legale Drogen?

Die Wirkung legaler Drogen ist abhängig von der Substanz und der eingenommenen Dosis. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Risiken und Nebenwirkungen.

  • Wirkung auf den Körper
    • Nach dem Konsum gelangen die Wirkstoffe legaler Drogen wie Alkohol, Nikotin, Koffein oder bestimmter Medikamente über das Blut ins zentrale Nervensystem. Anschließend überwinden viele Substanzen die Blut-Hirn-Schranke und beeinflussen die Aktivität von Neurotransmittern wie Dopamin, Serotonin, GABA, Noradrenalin oder Adenosin. Dies kann je nach Substanz zu beruhigenden, schmerzlindernden, anregenden oder stimmungsaufhellenden Effekten führen.
    • Wichtig: Die genaue Wirkung hängt von der Dosis, der Einnahmeform, der individuellen Empfindlichkeit und der Kombination mit anderen Substanzen ab.
      • Alkohol wirkt dämpfend auf das zentrale Nervensystem, beeinflusst die GABA- und Glutamat-Rezeptoren, kann enthemmend und beruhigend wirken, kann aber auch zu Koordinationsstörungen, verlangsamten Reaktionen und kognitiven Einschränkungen führen.
      • Nikotin bindet an nikotinerge Acetylcholinrezeptoren, regt die Ausschüttung von Dopamin an, wirkt kurzfristig aktivierend und steigert Herzfrequenz und Blutdruck; parallel kann es subjektiv beruhigend empfunden werden.
      • Koffein blockiert Adenosin-Rezeptoren, wodurch Müdigkeit unterdrückt, die Wachheit gesteigert und in höheren Dosen Unruhe, Nervosität oder Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden können.
      • Benzodiazepine verstärken die Wirkung des hemmenden Neurotransmitters GABA, wirken angstlösend, muskelentspannend, sedierend und schlaffördernd.
      • Opioide (z. B. Morphin oder andere Schmerzmittel) binden an Opioidrezeptoren in Gehirn und Rückenmark, lindern Schmerzen, dämpfen die Atemtätigkeit und können Euphorie auslösen.
  • Wirkung auf die Psyche
    • Die Wirkung legaler Drogen auf die Psyche wird vordergründig meist als positiv wahrgenommen: Durch die veränderte Aktivität von Neurotransmittern wie Dopamin, GABA oder Serotonin kommt es zu entspannenden, beruhigenden, anregenden oder enthemmenden Effekten. Allerdings passt sich das Gehirn bei wiederholtem Konsum an diese künstlich erzeugten Zustände an. Es kommt zur Toleranzentwicklung.
    • Wird die Substanz weggelassen oder die Dosis nicht regelmäßig gesteigert, können psychische Entzugserscheinungen wie Reizbarkeit, innere Unruhe, Schlafstörungen oder depressive Verstimmungen auftreten. Auf diese Weise kann sich eine psychische Abhängigkeit entwickeln, oft verbunden mit einem starken Verlangen (Craving), die Droge erneut einzunehmen, um das subjektive Wohlbefinden oder das emotionale Gleichgewicht wiederherzustellen.
  • Risiken und Nebenwirkungen
    • Auch wenn der Konsum von Alkohol, Nikotin oder Marihuana nicht durch das Betäubungsmittelgesetz verboten ist, können die Wirkstoffe bei Konsumenten ähnlich gravierende Schäden wie Kokain, Heroin und andere illegale Substanzen auslösen. Durch Rauchen bzw. tabakassoziierte Erkrankungen sterben hierzulande jährlich etwa 127.000 Menschen.1 40.000 Menschen sterben an den direkten Folgen des Alkoholkonsums2, der eine Vielzahl an Erkrankungen begünstigt:
      • erhöhtes Risiko für verschiedene Krebserkrankungen, u. a. im Mund-Rachen-Raum, in der Speiseröhre, der Leber und der Brustdrüse
      • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen und Schlaganfälle
      • neurologische Schäden und Hirnatrophie
      • psychische Erkrankungen wie Depressionen und Angststörungen
      • organische Schäden wie alkoholbedingte Leberzirrhose oder Pankreatitis
      • Magen-Darm-Erkrankungen wie Gastritis oder Ulzera

Wie regelt das Gesetz den Umgang mit legalen Drogen?

In Deutschland ist der Umgang mit legalen Drogen wie Tabak, Alkohol und Cannabis durch verschiedene Gesetze geregelt, insbesondere durch das Jugendschutzgesetz (JuSchG), das Straßenverkehrsgesetz (StVG) und das Konsumcannabisgesetz (KCanG, seit 2024).

  • Tabak
    • Tabakwaren dürfen ausschließlich an Personen ab 18 Jahren abgegeben werden (§ 10 JuSchG). Dies gilt auch für E-Zigaretten und Nachfüllbehälter. Der öffentliche Konsum ist in der Nähe von Schulen oder Kitas in manchen Bundesländern aufgrund länderrechtlicher Regelungen eingeschränkt, z. B. in Bayern und NRW.
  • Alkohol
    • Alkoholische Getränke wie Bier, Wein und Sekt dürfen ab 16 Jahren konsumiert werden. Spirituosen, Alkopops und Mischgetränke mit hochprozentigem Alkohol sind erst ab 18 Jahren erlaubt (§ 9 JuSchG). Die Abgabe an deutlich alkoholisierte Personen kann zudem durch das Gaststättengesetz und das Hausrecht eingeschränkt werden.
  • Cannabis
    • Cannabis ist seit dem 1. April 2024 für volljährige Personen ab 18 Jahren unter bestimmten Voraussetzungen legal (§ 3 KCanG). Der Konsum ist verboten in der Nähe von Schulen, Kindertagesstätten und Spielplätzen (§ 5 Abs. 2 KCanG) und in Fußgängerzonen zwischen 7 und 20 Uhr (§ 5 Abs. 2 KCanG).
  • Sonderfall: Legal Highs
    • Ein Sonderfall sind die sogenannten Legal Highs bzw. neuen psychoaktiven Substanzen (NPS). Dabei handelt es sich um chemisch hergestellte Rauschmittel, die häufig in Form von Kräutermischungen, Badesalzen oder „Research Chemicals“ angeboten werden. Aus Sicht des Gesetzgebers gelten diese Substanzen nicht als „legal“, sondern sind seit Inkrafttreten des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetzes (NpSG) im Jahr 2016 grundsätzlich verboten (§ 2 NpSG).
  • Straßenverkehr
    • Schon geringe Mengen von Alkohol, Cannabis oder bestimmten Medikamenten können rechtliche Konsequenzen haben. Verstöße können zu Bußgeldern, Punkten im Fahreignungsregister und Fahrverboten führen. Bei Straftaten drohen Geld- oder Freiheitsstrafen sowie der Entzug der Fahrerlaubnis.
    • Alkohol
      • 0,0 ‰-Grenze (§ 24c StVG) für Fahranfänger in der Probezeit und für Fahrer unter 21 Jahren.
      • Ab 0,5 ‰ Blutalkoholkonzentration begehen Fahrer außerhalb der Probezeit und über 21 Jahren lt. § 24a Abs. 1 StVG eine Ordnungswidrigkeit.
      • Zwischen 0,3 ‰ und 1,09 ‰ kann bei Ausfallerscheinungen (z. B. Schlangenlinien) bereits eine Straftat vorliegen.
      • Ab 1,1 ‰ gilt absolute Fahruntüchtigkeit für Kraftfahrzeuge, ab 1,6 ‰ beim Fahrradfahren.
    • Cannabis
      • Als Grenzwert für eine Ordnungswidrigkeit gilt 3,5 ng/ml THC im Blutserum (§ 24a Abs. 2 StVG).
      • Wer unter Einfluss von Cannabis auffällig fährt, kann auch bei geringeren Werten wegen Fahruntüchtigkeit belangt werden.
    • Medikamente und berauschende Mittel
      • Bei Substanzen wie Benzodiazepinen oder Opioiden greift ebenfalls § 24a Abs. 2 StVG, sobald deren Wirkstoffe im Blutserum nachweisbar sind.
      • Maßgeblich ist, dass die Substanzen die Fahruntüchtigkeit herbeiführen oder verstärken.

Wieso gelten manche Drogen als legal, obwohl diese schädlich sein können?

Die Gründe, warum bestimmte Drogen als legal eingestuft werden, obwohl sie potenziell gefährlich für Körper und Psyche sind, sind historisch, gesellschaftlich und politisch bedingt.

  • Kulturelle Verwurzelung: Substanzen wie Alkohol oder Nikotin sind seit Jahrhunderten in vielen Gesellschaften verankert und werden daher trotz bekannter Gesundheitsrisiken gesellschaftlich toleriert.
  • Ökonomische Interessen: Die Alkohol- und Tabakindustrie übt Einfluss auf die Politik aus, was eine strengere Regulierung oder ein Verbot erschwert.
  • Medizinische Gründe: Manche Substanzen werden legalisiert oder reguliert, weil sie medizinisch genutzt werden können, z. B. Cannabis zur Behandlung chronischer Schmerzen.
  • Pragmatische Regulierung: Der Gesetzgeber wägt oft zwischen dem Schutz der öffentlichen Gesundheit, wirtschaftlichen Faktoren und gesellschaftlicher Akzeptanz Deshalb bleiben manche Substanzen legal, werden aber mit Einschränkungen versehen, z. B. Altersgrenzen, Konsumverbote im Straßenverkehr.
Alkoholentzug: Person sagt nein zu Alkohol
Alkoholentzug: Person sagt nein zu Alkohol

Wie kann ein verantwortungsvoller Umgang mit legalen Drogen aussehen?

Wer Körper und Psyche nicht unnötig belasten möchte, sollte auch auf legale Drogen möglichst verzichten. Die WHO weist ausdrücklich darauf hin, dass es für Alkohol keine risikofreie Konsummenge gibt. Das Risiko beginnt mit dem ersten Tropfen. Für Tabak gilt Entsprechendes: Jede Form des Konsums ist schädlich.

Darüber hinaus sollte reflektiert werden, weshalb zu legalen Drogen wie Alkohol oder Nikotin gegriffen wird. Wer sie als Stressbewältigungs- oder Problemlösungsstrategie nutzt, hat ein besonders hohes Risiko, eine Abhängigkeit zu entwickeln. In solchen Fällen ist es sinnvoll, frühzeitig Beratung oder therapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Kann man von legalen Drogen abhängig werden?

Ja, auch bei legalen Drogen besteht die Gefahr einer Abhängigkeit. Insbesondere Alkohol, Tabak und Cannabis bergen ein nachgewiesenes Risiko für die Entwicklung einer psychischen und/oder körperlichen Abhängigkeit. Viele Konsumenten blenden allerdings negative gesundheitliche und soziale Folgen aus.

Die wiederholte Einnahme kann zu einer Toleranzentwicklung führen, sodass Betroffene ihre Dosis steigern müssen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Eine hohe Verfügbarkeit rechtlich erlaubter Drogen sowie eine verbreitete gesellschaftliche Akzeptanz vergrößern das Problem zusätzlich.

therapie
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Was hilft bei einer Abhängigkeit von legalen Drogen?

Wenige Menschen schaffen den Rauchstopp bei einer Nikotinabhängigkeit aus eigener Kraft, insbesondere mit genügend Motivation und Informationen. Unterstützen können Kurzinterventionen durch den Hausarzt, psychotherapeutische Begleitung und Nikotinersatztherapie (z. B. Pflaster, Kaugummis) oder Medikamente wie Vareniclin und Bupropion.3

Auch bei einer Alkohol- oder Cannabisabhängigkeit ist der Ausstieg in der Regel schwierig. In der Regel empfiehlt sich eine professionelle Unterstützung. Für die meisten Betroffenen ist eine strukturierte ambulante oder stationäre Behandlung empfehlenswert. Unterstützung bieten Hausärzte, Suchtberatungsstellen, spezialisierte Fachärzte, öffentliche oder private Entzugskliniken und Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker.

FAQ zu „Legale Drogen“

  • Welche Rolle spielen legale Drogen in der Gesellschaft?
    • Abhängig von der gesellschaftlichen Akzeptanz spielen legale Drogen eine sehr unterschiedliche Rolle:
      • Koffein besitzt ein geringes Gesundheitsrisiko, ist breit akzeptiert und wird von der Mehrheit der Erwachsenen in Deutschland täglich konsumiert, vor allem in Form von Kaffee oder Tee.
      • Alkohol genießt trotz seiner zahlreichen Gesundheitsrisiken nach wie vor eine hohe gesellschaftliche Akzeptanz. Soziale Normen begünstigen den Konsum, und Alkoholverzicht wird bei Feiern oder in geselligen Runden noch immer häufig als Ausnahme wahrgenommen.
      • Nikotin: Die gesellschaftliche Sicht auf das Rauchen hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich gewandelt. Durch Aufklärungskampagnen, Rauchverbote in öffentlichen Räumen und Preiserhöhungen ist Tabakkonsum heute vielfach weniger akzeptiert und wird zunehmend in den privaten Bereich verdrängt.
      • Cannabis: Cannabis gehörte lange Zeit zu den illegalen Drogen. Die Legalisierung erfolgte erst 2024 unter strengen Voraussetzungen. Welche gesellschaftliche Rolle dieser Stoff künftig spielen wird, ist noch offen.
  • Wer konsumiert legale Drogen?
    • Viele Menschen, sowohl Erwachsene als auch Jugendliche, konsumieren regelmäßig legale Drogen.
      • 87 % der Erwachsenen trinken in Deutschland Alkohol, etwa ein Drittel davon riskant oder in gesundheitsschädlicher Menge.4
      • Gut 22 % der Erwachsenen im Alter bis 64 Jahre haben laut Erhebungen der ESA 2021 in Deutschland geraucht.5 Insgesamt ist die Anzahl der Raucher, die Zigaretten rauchen, in den vergangenen Jahren allerdings rückläufig.
      • Koffein wird von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung täglich konsumiert, vor allem in Form von Kaffee oder Energydrinks.
      • Der Besitz und Konsum von Cannabis ist seit 2024 innerhalb fest definierter Grenzen legal. Laut einer von der Pronova BKK im Jahr 2024 in Auftrag gegebenen Erhebung haben 28 % der 18–29-Jährigen in den letzten 12 Monaten mindestens einmal pro Woche Cannabis konsumiert. Bei den 30–44-Jährigen waren es 16 %.6
  • Welche Konsummenge gilt bei legalen Drogen als sicher?
    • Die Definition einer „sicheren“ Konsummenge ist auch bei rechtlich erlaubten Drogen schwierig. Ob gesundheitliche Schäden auftreten, hängt nicht nur vom Suchtmittel und der konsumierten Menge, sondern auch von individuellen Faktoren wie Geschlecht, Alter und genetischer Verstoffwechselung sowie einem möglichen Mischkonsum mit anderen Substanzen ab.
      • Alkohol: Nach neuesten Forschungsergebnissen kann keine Alkoholmenge als gesundheitlich risikofrei eingestuft werden. Schon geringe Mengen erhöhen das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders während Schwangerschaft und Stillzeit besteht ein absolutes Konsumverbot, da selbst kleine Mengen das Ungeborene schädigen können.
      • Nikotin (Tabak): Auch hier gibt es keine sichere Konsummenge. Jede Zigarette erhöht das Risiko für Krebs, Herz-Kreislauf- und Lungenerkrankungen. Auch Passivrauchen ist gesundheitsschädlich.
      • Cannabis: Für Cannabis ist ebenfalls keine risikofreie Konsummenge definierbar. Schon gelegentlicher Konsum kann psychische Beeinträchtigungen, Konzentrationsstörungen oder Angstzustände auslösen; bei regelmäßigem Konsum steigt das Risiko für Psychosen und Abhängigkeit.
      • Koffein: Geringe Mengen gelten als relativ unbedenklich. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfiehlt für Erwachsene maximal 400 mg Koffein pro Tag, was etwa vier Tassen Kaffee entspricht. Für Schwangere wird ein Grenzwert von 200 mg pro Tag empfohlen.7
    • Fazit: Eine wirklich „sichere“ Konsummenge gibt es nur bei Koffein in moderaten Dosen. Für Alkohol, Nikotin und Cannabis gilt: jeder Konsum birgt Risiken.
  • Wer sollte auf den Konsum legaler Drogen verzichten?
    • Insbesondere Kinder und Jugendliche, Schwangere und stillende Mütter, ältere Menschen sowie Personen mit psychischen und/oder körperlichen Vorerkrankungen sollten auf den Konsum legaler Drogen verzichten. Ausnahme gelten für ärztlich verordnete Präparate.
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Quellenliste

1 Robert Koch Institut: „Rauchen“, Stand: 24.09.2025, https://www.rki.de/DE/Themen/Nichtuebertragbare-Krankheiten/Lebensweise-und-Gesundheit/Rauchen/rauchen-node.html, (Datum des Zugriffs: 24.09.2025)

2 Deutsches Krebsforschungszentrum (Hrsg.) „Alkoholatlas Deutschland 2022“, 1. Auflage 2022, S. 72, https://www.dkfz.de/fileadmin/user_upload/Krebspraevention/Download/pdf/Buecher_und_Berichte/2022_Alkoholatlas-Deutschland-2022_dp.pdf (Datum des Zugriffs: 24.09.2025)

3 Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung. AWMF-Reg. Nr. 076-006, Version 3.1, 2021,  https://register.awmf.org/assets/guidelines/076-006l_S3_Rauchen-_Tabakabhaengigkeit-Screening-Diagnostik-Behandlung_2021-03.pdf (Datum des Zugriffs: 24.09.2025)

4 Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen: „Alkoholkonsum in Deutschland“, https://datenportal.bundesdrogenbeauftragter.de/alkohol (Datum des Zugriffs: 24.09.2025)

5 Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e. V. (DHS): „Tabak – Zahlen, Daten, Fakten“, https://www.dhs.de/suechte/tabak/zahlen-daten-fakten/ (Datum des Zugriffs: 24.09.2025)

6 Pronova BKK: „Cannabis-Legalisierung“, Mai 2024, https://www.pronovabkk.de/media/pdf-downloads/presse/studien/qs-cannabis-ergebnisse.pdf, S. 10 (Datum des Zugriffs: 24.09.2025)

7 European Food Safety Authority (EFSA): „Koffein“, https://www.efsa.europa.eu/sites/default/files/corporate_publications/files/efsaexplainscaffeine150527de.pdf, S. 3 (Datum des Zugriffs: 24.09.2025)