Zopiclon: Stark wirksam gegen Schlafstörungen

Ein schlechtes Gewissen, Angst vor dem nächsten Tag, Sorgen um die eigene Gesundheit oder um den Arbeitsplatz – es gibt viele negative Gedanken, die Menschen mit Einschlaf- oder Durchschlafproblemen quälen. Oft dreht sich das Sorgenkarussell bis ins Unendliche und an eine angenehme Nachtruhe ist kaum zu denken. Zopiclon ist ein Arzneiwirkstoff, der die Gedanken beruhigt und bereits kurze Zeit nach der Einnahme für Schläfrigkeit und Entspannung sorgt. Doch so angenehm ein schnelles Einschlafen auch sein mag, dem Nutzen steht ein hohes gesundheitliches Risiko gegenüber. Schließlich besteht neben zahlreichen Nebenwirkungen auch die Gefahr einer Abhängigkeit.

Was ist Zopiclon und wann wird es verschrieben?

Anders als bei vielen anderen bekannten Medikamenten gegen Schlafstörungen ist Zopiclon als Hauptwirkstoff nicht der Gruppe der Benzodiazepine zuzuordnen, sondern gehört zu den Cyclopyrrolonen und wird oft auch als sogenannte Z-Substanz oder Z-Drug bezeichnet. Ähnlich wie die Benzodiazepine wirkt auch Zopiclon im zentralen Nervensystem und wird durch seine schlaffördernde und schlaferzwingende Wirkung in der Regel zur Kurzzeitbehandlung bei schweren Einschlaf- und Durchschlafstörungen verschrieben. Leichte Schlafstörungen werden aufgrund der vielen Nebenwirkungen und des hohen Abhängigkeitsrisikos normalerweise nicht mit dem Hypnotikum behandelt.

Darüber hinaus besitzt der Wirkstoff des Schlafmittels noch weitere medizinisch interessante Eigenschaften. So wird Arzneimitteln mit dem Inhaltsstoff Zopiclon eine angstlösende (anxiolytische), eine krampflösende und muskelentspannende Wirkung zugeschrieben. Daher wird die Substanz in einigen Fällen auch beim Restless-legs-Syndrom verordnet. Hier spricht man auch von einem sogenannten off-label-use. Erhältlich ist das Schlaf- und Beruhigungsmittel in Form von Filmtabletten. Das am häufigsten verordnete Medikament mit dem Wirkstoff Zopiclon ist Ximovan®.

Wie wirkt die Substanz und wie schnell tritt die Zopiclon-Wirkung ein?

Der Wirkstoff bringt bereits in geringer Dosis eine schlaffördernde Wirkung mit sich und kann in höherer Dosis auch schlaferzwingend wirken. Bereits zehn bis dreißig Minuten nach der Einnahme der Tablette stellen sich die ersten Effekte ein, so dass es von enormer Wichtigkeit ist, das Medikament erst unmittelbar vor dem Schlafen einzunehmen.

Seine Wirkung entfaltet Zopiclon, indem es an den sogenannten GABA-Rezeptoren des zentralen Nervensystems andockt und die vermehrte Einströmung des beruhigenden Botenstoffs GABA in das Gehirn fördert. Es entsteht eine sedierende Wirkung, die bis zu zehn Stunden anhalten kann. Daher sollte bei der Einnahme eine Schlafphase von wenigstens sieben bis acht Stunden eingeplant werden. Andernfalls kann es am nächsten Morgen zum sogenannten Hangover-Effekt und einer Einschränkung der Leistungsfähigkeit kommen.

Wie sieht die richtige Zopiclon-Dosierung aus?

Die gewöhnliche Tagesdosis beträgt für einen Erwachsenen 7,5 mg und sollte aufgrund der hohen Nebenwirkungen und der Gefahr einer Zopiclon-Vergiftung auf keinen Fall eigenmächtig erhöht werden. In der Regel entspricht die verordnete Dosis exakt einer Filmtablette. Bei älteren Menschen sollten aufgrund der muskelrelaxierenden Effekte und der damit verbundenen Sturzgefahr 3,75 mg als Einzeldosis (also eine halbe Tablette) nicht überschritten werden. Ebenso empfiehlt es sich, das Medikament erst im Bett einzunehmen.

Welche Zopiclon-Nebenwirkungen gibt es?

Die Liste möglicher Nebenwirkungen ist lang. So zählen zu den negativen Begleiterscheinungen u. a.:

  • Geschmacksstörungen
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel, Müdigkeit und Benommenheit
  • Depressionen
  • Sehstörungen
  • Muskelschwäche
  • Gedächtnislücken (anterograde Amnesie)
  • Störungen der Libido

Zu den häufigsten unerwünschten Wirkungen, welche die Einnahme von Medikamenten mit dem Wirkstoff Zopiclon mit sich bringt, gehören Geschmacksveränderungen. Patienten beschreiben oft einen metallischen, bitteren Geschmack, wenn sie etwa Ximovan® Filmtabletten oder andere Präparate mit dem Wirkstoff angewendet haben. Dazu leiden viele Betroffene an klassischen Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Kopfschmerzen und Benommenheit. Auch kann es – insbesondere bei deutlich älteren Menschen – zu sogenannten paradoxen Reaktionen kommen. In diesem Fall wirkt der Arzneistoff nicht gegen die Schlafstörung, sondern sorgt für den gegenteiligen Effekt und löst Unruhe, Panikattacken oder sogar Psychosen aus.

Welche Gegenanzeigen / Kontraindikationen gibt es bei Zopiclon?

Betroffene, denen für ihre Schlafstörungen das Medikament Zopiclon verordnet wird, sollten unbedingt vorab die Gegenanzeigen beachten. So dürfen Patienten, die an einer Suchterkrankung leiden, dieses Arzneimittel aufgrund des großen Abhängigkeitspotentials nicht einnehmen. Dasselbe gilt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Auch Personen mit einem Schlafapnoe-Syndrom, Menschen mit Myasthenia gravis oder einer eingeschränkten Leberfunktion sollten das Medikament für gewöhnlich nicht anwenden. Ebenso verschreiben die Ärzte während Schwangerschaft und Stillzeit bei Schlafstörungen üblicherweise andere Medikamente als Z-Substanzen.

Wie äußert sich eine Zopiclon Abhängigkeit und wie wird sie behandelt?

Die Entwicklung einer Medikamentenabhängigkeit kann die Lebensdauer verkürzen und schwere körperliche und psychische Schäden hervorrufen, sowie eine ganze Reihe möglicher Entzugserscheinungen. Äußerst fatal daran ist, dass die Betroffenen ihre Abhängigkeit oft sehr spät bemerken. Schließlich wird das Medikament im Gegensatz zu Alkohol und Drogen nicht zu Konsumzwecken, sondern zur Linderung gesundheitlicher Beschwerden eingenommen. Falls die Wirksamkeit des Mittels nachlässt, kann dies bereits ein erstes Anzeichen für eine Zopiclon-Abhängigkeit sein. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Toleranzentwicklung. Weitere Anzeichen für eine Abhängigkeit können Muskelschmerzen, Verwirrtheitszustände, Angstgefühle und Stimmungsschwankungen sein. Diese treten vor allem auf, wenn sich die Einnahme der nächsten Tablette verzögert, gänzlich vergessen oder unmöglich wird.

Besteht der Verdacht einer körperlichen und psychischen Abhängigkeit, sollten die Tabletten aufgrund möglicher Entzugserscheinungen keineswegs abrupt abgesetzt. Vielmehr sollte das Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder einer Suchberatungsstelle gesucht werden. Diese werden in der Regel zu einer schrittweisen Absetzphase, d. h. einem fraktionierten Entzug unbedingt unter ärztlicher Aufsicht raten. Da sich mit der körperlichen regelhaft auch eine seelische Abhängigkeit entwickelt, ist die Sucht mit der körperlichen Entgiftung allerdings noch nicht beendet. Schließlich benötigen zahlreiche abhängige Patienten das Schlafmittel, um ohne Angst vor Schlaflosigkeit und ständiger Grübelei in die Nacht gehen zu können.

Die erfolgversprechendste Behandlung ist daher ein stationärer Entzug in einer Suchtklinik, bei dem der Körper entgiftet und die Seele entwöhnt wird. Die Entwöhnung erfolgt im Rahmen einer Psychotherapie, in der die Suchtursachen eruiert und aufgearbeitet werden. Ebenso lernen die Betroffenen alternative Lösungsansätze, um ihre schwere Schlafstörung und die innere Unruhe zu bekämpfen. Dazu gehören u. a. die Aneignung einer besseren Schlafhygiene und das Trainieren von Entspannungstechniken. Grundsätzlich gilt es, sich bewusst zu machen, dass die Anwendung von Arzneimitteln in der Regel keine gesundheitlichen Probleme löst, sondern bis auf wenige Ausnahmen lediglich die Symptome unterdrückt.

Die Entgiftung und Entwöhnung können sowohl in öffentlichen als auch in privaten Einrichtungen durchgeführt werden. Allerdings besteht ein Entzug in einer staatlichen Einrichtung in der Regel aus zwei separaten Therapie-Blöcken (Entgiftung und Entwöhnung) mit einer längeren Pause zwischen den beiden Einheiten. In dieser Zeit besteht ein besonders hohes Rückfallrisiko, da der Suchtdruck nach wie vor vorhanden ist. In einer privaten Entzugsklinik erfolgt die Behandlung in einem einzigen Schritt, also mit einem nahtlosen Übergang zwischen Entgiftung und Entwöhnung, so dass der Patient die komplette Therapie im geschützten Rahmen der Klinik bei nahezu denselben Ärzten und Therapeuten absolviert. Ebenso wird ein umfangreiches Nachsorgekonzept erstellt und auf Wunsch des Patienten auch die Familie in die Behandlung eingebunden. Es liegt auf der Hand, dass dieser ganzheitliche Ansatz die besseren Chancen auf ein suchtfreies Leben bietet.

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